Andorra - mueslipics

unterwegs in den Pyrenäen


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3. September 2018

Relaxen am Mittelmeer


September ist Familienmonat, ich hocke in Torredembarra und genieße Sonne und leeren Mittelmeerstrand bei meiner Tante und ihrer Familie wie eigentlich jedes Jahr um diese Zeit, solange es noch geht, die werte Tante wird im Dezember 82 Jahre alt, ist aber noch bestens beieinander.

Die letzten beiden Tage habe ich mich in der Sonne geaalt und natürlich prompt verbrannt, heute besteige ich um 10.30 Uhr den Zug nach Barcelona, um dort Christopher und meinen Mietwagen einzusammeln. In Sants steige ich aus und gehe ein wenig fotografieren und will meinen Weg dann mit der neuen U-Bahn Linie zum Flughafen Prat fortsetzen. In der Linie 9 stelle ich aber fest, dass ich dafür ein besonderes Ticket gebraucht hätte, welches ich nicht habe. Ich steige also wieder aus und setze meinen Weg mit dem Zug fort. Christopher landet halbwegs pünktlich und wir kreisen erst mit dem Bus um den halben Flughafen und dann mit dem Shuttle zur Mietwagenstation, dafür ist das Auto günstig. Als wir erwähnen, dass wir mit dem Wagen nach Andorra wollen, soll es deutlich teurer werden, wir erklären daraufhin den Bus zu nehmen. Bevor es am Mittwoch nach Andorra geht, geht es heute aber erstmal zurück nach Torredembarra. Wir chillen und machen abends einen Ausflug mit Teilen der Familie nach Miramar und Montblanc, schöne Aussichten und alte spanische Architektur genießen. Und Christopher muss unbedingt Horchata trinken, so wie es in Kanada unbedingt täglich Poutine sein musste. Um 21.30 Uhr sind wir zurück und essen ganz spanisch spät zu Abend im Can Llluis – lecker


4. September 2018

Fiesta Sta. Rosalia


Ganz Europa stöhnt unter einem Jahrhundertsommer, das ist in Spanien nicht anders und so gehen wir morgens nach dem Frühstück direkt an den Strand und stürzen uns in die warmen Fluten. Es ist herrlich und jede Minute will genossen werden. Wir essen auch am Strand zu Mittag und machen nachmittags ein wenig Augenpflege, bevor wir gemütlich in den Ort schlendern und natürlich auch einen Horchata-Stop einlegen. Heute ist Fiesta – Sta. Rosalia, die Dorfheilige hat anno knips die Pest vertrieben und so huldigt man ihr heute mit allerlei Aufführungen und einem Feuerwerk, welches wir von der Wohnung meiner Cousine aus beobachten wollen. Erstmal schauen wir aber dem Treiben auf der Straße zu und trinken schonmal ein Bier bevor wir uns bei Cristina zum Abendbrot einfinden. Nach dem Essen können wir das Geböller und Geblitze am Kastell gegenüber vom Dach aus beobachten, bei dem Lärm musste die Pest ja stiften gehen. Fröhliche Menschen ziehen unten zu Musik und mit Masken durch die Straßen, wir schließen uns an.



5. September 2018

Auf, auf, hinauf


Wir nehmen morgens noch ein kurzes Bad, geben die Strandutensilien bei meiner Tante zurück , verabschieden uns und brechen auf nach Andorra. Da ich bereits seit gestern mit einem Matschauge durch die Gegend laufe, stoppen wir in Agramunt kurz in einer Apotheke, überraschenderweise spricht der Apotheker exzellentes Englisch und hat auch was da, was tatsächlich hilft. Essen würden wir im Ort auch gern, da findet sich allerdings leider nichts Adäquates.

Um 15.30 Uhr kommen in Andorra la Vella an, 40 Stunden geht es auch mal ohne Versicherungsschutz ☺ Die Stadt ist fürchterlich kommerziell, Elektronikgeschäfte, Tabakläden und Parfümerien wechseln sich ab, drumherum erheben sich die Pyrenäen. Das Gebäude, das wir für eine Kirche halten entpuppt sich als Therme. Entlang des Valira spazieren wir zur Casa de la Vall. Es bezieht sich und beginnt zu regnen. Wir flüchten in die Touristeninformation und erkundigen uns, was man sich an einem Tag Andorra denn so anschauen kann, die freundliche Angestellte versorgt uns mit einer Karte und zeigt uns, wo wir so überall hinfahren könnten, damit haben wir einen Plan für den morgigen Tag und gehen im Hard Rock Café speisen.


6. September 2018

Warum wandern, wenn es Seilbahnen gibt?


Auf geht’s, raus aus der Stadt und hinein in die Berge, unser Polo hat ganz schön mit den Steigungen zu kämpfen, schlägt sich aber ganz tapfer, wenn man das Gaspedal bis zum Anschlag durchtritt. So landen wir im nordwestlichen Zipfel des Zwergstaates in Ordino auf 2.220 m Höhe. Empfohlen wurde uns eine kleine Wanderung zu einem See, ich streike allerdings bereits nach wenigen Metern, Christopher läuft tapfer schnaufend weiter. Stattdessen nehme ich die Seilbahn und lasse mich auf 2.600 Meter baggern, an die andorranisch-französische Grenze. Ich kann Christopher von oben sehen und im zurufen. Er will auch. Der Blick über die Pyrenäengipfel ist traumhaft und wir genießen ihn eine ganze Weile bevor wir uns unten am dem in der Seilbahnfahrt enthaltenen Crepes laben.

Nächster Stop ist der Mirador Roc del Quer in Canillo, eine Art Balkon mit ebenfalls großartiger Aussicht, wir stellen fest, dass der heutige Tag uns doch nach dem gestrigen ersten Eindruck sehr mit Andorra versöhnt. Außerhalb der Hauptstadt ist es wirklich schön hier. An der Touristeninformation hatte man uns noch eine Bahnfahrt empfohlen, die es irgendwo bei Incles geben sollte, wir haben sie allerdings nicht gefunden, so daß unsere letzte Station das Heiligtum von Meritxell wird, gewidmet der Schutzpatronin von Andorra. Wir können ein paar verzückte Gläubige beobachten, dann geht ein Wolkenbruch hernieder, den wir Gott sei Dank im Auto überstehen. Zurück im Hotel chillen wir, draußen ist es nass und unschön. Wir gehen zeitig ins Bett, da wir morgen um 8 in Barcelona sein wollen, um heimzufliegen, das bedeutet Aufbruch um fünf und verheißt eine kurze Nacht.