Ein verlängertes Wochenende in der dänischen Hauptstadt

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18. März 2022

Wieder auf Reisen


Zwei Jahre Pandemie zehren ganz schön an den Nerven, besonders wenn man reiselustig ist und seine Freizeit gern anderswo verbringt. In den letzten beiden Jahren ist das ganz schön kurz gekommen, die Liste potentieller Ziele aber länger geworden. Das ist das Problem, wenn man sich beim daheim hocken nur wegträumen kann.

Es ist 9 Uhr morgens, die Sonne scheint und ich treffe mich mit Daniel am Hauptbahnhof, mit dem Zug wollen wir nach Kopenhagen aufbrechen, zum Super-Sparpreis in der 1. Klasse geht es erstmal mit dem ICE nach Hamburg. Der Zug ist sogar pünktlich und die Wagenreihung stimmt, ein gutes Omen für die kommenden vier Tage. In Hamburg müssen wir umsteigen, in einen DSB Zug der Baureihe ER, wir überqueren die eindrucksvolle Rendsburger Hochbrücke aus dem Jahre 1913 und kommen – immer noch pünktlich - an die dänische Grenze- Die Passkontrolle dauert ihre Zeit, der dänische Schaffner schleppt Thermoskannen mit heißem Wasser und Instantkaffee ran, zur Selbstbedienung in der 1. Klasse und so verlassen wir Padborg mit Verspätung, um ab jetzt auch im Schnitt alle 6 Minuten an jeder Gießkanne zu halten.

In Fredericia liegt die Verspätung bei 15 Minuten und der Anschlusszug nach Kopenhagen ist weg, der nächste geht in einer halben Stunde. Da wir keine Reservierung haben, gestaltet sich die Sitzplatzsuche schwierig, überall könnte reserviert sein und meist ist es das auch. Irgendwann finden wir dann ein Plätzchen – im Ruhewagen, eine Einrichtung, die der Däne sehr ernst nimmt. Kontemplation ist befohlen.


Eine Stunde später als beabsichtigt erreichen wir schließlich København H und steigen für die letzte Etappe in einen Regionalexpress, der und zwei Minuten später an der Station Nørreport absetzt. Wir suchen unser stylishes 25 hours Hotel, dass heute den ersten Tag geöffnet hat. Leider lässt Google uns auf der Suche ein wenig im Stich, irgendwas hakt, aber nach mehreren Schlenkern stehen wir schließlich mitten in Indre By vor unserem Hotel neben dem Rundetårn. Wir checken ein und werden in unser Zimmer begleitet, in dem vor uns noch nie jemand nächtigte – zumindest nehmen wir das an. Wir schauen uns um und fühlen uns auf Anhieb wohl, die Zimmer sind schon sehr schön gestaltet, überhaupt macht das ganze Haus einen guten Eindruck.

Wir machen uns frisch und wollen danach beginnen, die Stadt zu entdecken, langsam muss auch mal wieder was in den Magen. Kurz bevor wir das Zimmer verlassen wollen, macht es „fump“ und das Licht ist aus, alles ist aus, der Strom ist weg. Aber gut, wir wollen eh gehen, also fragen wir auf dem Weg nach draußen an der Rezeption nach. Man lässt uns wissen, dass sich noch jemand anders gemeldet hat, der in unserer Nähe wohnt. Man will sich kümmern.

Zu Fuss machen wir uns auf in Richtung Kopenhagener Seen, es beginnt zu dämmern und ich wollte gern das „Irma Huhn“ fotografieren, eine eierlegende Leuchtreklame. An der Dronning-Luises-Bro angekommen müssen wir nur leider feststellen, dass das Huhn nicht mehr leuchtet. Aber die Seen liegen hübsch im Abendlicht und sind so auch ein Foto wert. Wir halten Ausschau nach Essbarem, aber überall wo wir reingehen, ist es voll oder ausreserviert. Schließlich werden wir im Café Munk fündig. Es gibt indisch und dazu dänisches Bier. Wir unterhalten uns, erfreuen uns am leckeren Essen und beschließen den Abend schließlich an der Hotelbar. Es gab Gutscheine zur Begrüßung.

Wieder in unserem Zimmer angekommen, geht der Strom immer noch nicht wieder. An der Rezeption erfahren wir, dass wir umziehen müssen und bekommen neue Zimmerkarten. Ich erbitte eine Taschenlampe, damit wir unseren Kram wieder zusammensuchen können. Mit dieser finde ich dann auch eine freundliche Botschaft der Front Office Managerin, die und auf eben diesen Umstand des erforderlichen Umzugs hinweist. Im neuen Zimmer eingezogen bringe ich die Taschenlampe zurück und bedanke mich. Zum Trost für die Umstände gibt es nochmal Gutscheine für die Hotelbar.

Im Bett liegend machen wir uns allerdings erstmal über die Minibar her – die ist inclusive.



19. März 2022

#copenhagenize


Beim Frühstück – logischerweise auch das erste nach der Eröffnung, übt man noch, die Warmhalteplatten halten nicht warm und so muss der Bacon wieder in den Ofen. Dafür gibt’s Gurkensaft zum Trinken und irgendwas mit Ingwer und auch Kanelsnegl fehlen nicht auf dem Buffet.

Frisch gestärkt wollen wir aufbrechen die Stadt zu entdecken. Die in Aussicht gestellten Schindelhauer Bikes zur Miete stehen leider noch nicht zur Verfügung. Man empfiehlt uns aber eine Fahrradvermietung um die Ecke. Da diese noch geschlossen hat, flanieren wir erstmal zum Schloß Rosenborg und durch den königlichen Garten. Bei bestem Frühlingswetter ein herrlicher Anblick, nur etwas frisch ist es doch noch.

Wir mieten zwei Hollandräder an und beginnen warm eingepackt unsere Stadtrundfahrt. Zur Orientierung geht es erstmal auf den Rundetårn, die Aussicht genießen. Danach schieben wir unsere Fahrräder aus der Fußgängerzone Richtung Nørreport Station und fädeln uns dort in den Fahrradverkehr ein. Erster Stop ist der Rathausmarkt, stilecht mit Pølsevogn, von dort weiter zum Bahnhof, den wir heute nochmal genauer unter die Lupe nehmen. Offenbar wird er viel genutzt, es sind eine Menge Menschen unterwegs und hier, wie auch anderswo in Kopenhagen fallen die ukrainischen Flaggen auf, die nahezu überall wehen, wohl um Solidarität mit der Ukraine zu zeigen und Flüchtlingen, die von dort kommen. Bedenkt man, wie eigen die Dänen normalerweise mit dem Danebrog sind, wundert man sich fast ein wenig und könnte glauben, Selenskyj hätte Dänemark übernommen.

Vom Bahnhof führt uns der Weg weiter zu Schloss Christiansborg, dem Regierungssitz und auch hier kann man auf den Turm, sogar umsonst – und mit Fahrstuhl. Wir reihen uns ein und erleben Kopenhagen binnen weniger Stunden zum zweiten Mal von oben, aus einer geringfügig anderen Perspektive.

Vorbei an der Börse fahren wir zur Knippelsbro, schließen unsere Räder an und laufen am Hafen entlang zur Kgl. Bibliothek. Im Café unten holen wir uns ein Heißgetränk und Zimtschnecken, setzen und draußen zu all den anderen Menschen an die Kaimauer und genießen Sonnenschein und Stärkung. Herrlich!

Mit den Drahteseln ziehen wir weiter, Kongens Nytorv, Nyhavn und schließlich das architektonische Ensemble aus Kopenhagens modernen Opernhaus, einem Geschenk des reichsten Dänen Arnold Mærsk Mc-Kinney Møller, Schloß Amalienborg und der Marmorkirche. Damit haben wir fast alles abgegrast, was in der Stadt auf der touristischen Speisekarte steht. Ein paar Kleinigkeiten, wie Christiania und die Besteigung der Vor Frelser Kirche haben wir ausgelassen. Letzteres wäre der dritte Turm gewesen und hätte Daniels Höhenangst an ihre Belastungsgrenze gebracht. Die letzten Meter geht man außen am Turm entlang. Was wir uns aber natürlich nicht nehmen lassen, ist unsere Runde noch zur vermutlich überbewertesten Sehenswürdigkeit fortzusetzten, der Statue der kleinen Meerjungfrau aus Andersens Märchen – Kopenhagens Wahrzeichen. Leicht zu übersehen, würden sich nicht Gruppen von Menschen, meist asiatischer Provenienz vor dem kleinen Denkmal zum Fotos machen gruppieren.

Das Thermometer zeigt 11°C, immer noch trübt kein Wölkchen den Himmel, Kopenhagen ist schon eine Wohlfühlstadt. Die Lage am Wasser macht eine Menge aus und mit dem Fahrrad kann man sich prächtig fortbewegen. Gerade in dieser Hinsicht hat die Stadt anderen eine Menge voraus. Wir strampeln zurück ins Hotel und stoppen noch kurz für ein Softeis. Ob ich wohl jemals lerne, sowas zu essen, die Karamelsauce läuft überall hin, wo sind feuchte Tücher, wenn man sie braucht. Daniel erklärt mich zum Kamikaze-Fahrer. Ich weiß gar nicht was er hat. Ich find es wunderbar auf meinem Rad.

Den Abend gestalten wir dänisch im Restaurant Jacobsen mit Lachssteak und Pfannkuchen zum Nachtisch. Ich fühle mich knapp 40 Jahre in meine Kindheit zurückversetzt, wo wir die Sommerferien immer bei Onkel und Tante in Nordjylland verbrachten. Im örtlichen Kro, las sich die Speisekarte ähnlich und es schmeckte auch so.

Draußen ist es dunkel, wir sind gestärkt und besteigen ein weiteres Mal unsere Räder. Ich habe das Stativ auf dem Rücken und möchte noch ein wenig Nachtbilder schießen. Der Weg führt uns also nochmal zur Oper, zum Nyhavn und auch auf der recht neuen Inderhavnsbro legen wir einen kurzen Stop ein.

Der Tag ist angefüllt mit vielen schönen Eindrücken, die wir beim Absacker in der Boilerman Bar verdauen.



20.März 2022

Und ewig schmerzen die Füße


Sonntag, nach dem Frühstück steht ein Besuch im Louisiana Museum of Modern Art auf unserem kleinen Programm. Die Idee, die 35 Kilometer nach Humlebæk am Meer entlang auf dem Fahrrad zu bestreiten haben wir bereits am Vorabend aufgegeben. Dafür sind die Leihräder dann eher nicht gemacht. Wir spazieren also zur Nørreport Station und besteigen den Regionalzug. Am Ziel angekommen, stellen wir schnell fest, dass wir nicht die einzigen mit dieser Idee sind. Der halbe Zug gestaltet seinen Sonntag vormittag mit moderner Kunst, eine kleine Karawane macht sich auf den Weg zum Museum an den Gestaden des Øresunds.

Zwei Stunden später haben wir allerlei gesehen, Schönes und Verstörendes, moderne Kunst ist ein weites Feld…. Wir genießen den Ausblick über den Øresund im Garten und die frische Meeresluft. Neben dem Museum lassen wir die Drohne steigen und einen Blick auf Helsingborg werfen. Es ist allerdings recht windig, so daß ich mich nicht traue, die Drohne über den Sund zu manövrieren.

Wir spazieren zurück zum Bahnhof, nächster Stop Hellerup, das man guten Gewissen als Nobelvorort bezeichnen kann. Daniel möchte sich hier Häuser anschauen, besonders eines hat es ihm angetan, ein von Aage Rafn erbautes Wohnhaus. Auf dem Weg dahin kommen wir an allerlei Botschaften und Residenzen vorbei, vielfach sind die Mauern hoch und Kameras überwachen die Umgebung. Geschmack hat man allerdings in Hellerup. Und ich habe für diesen Tag eindeutig die falschen Schuhe an, merke ich so langsam. Ich lichte noch die Tuborg Flasche ab, dann besteigen wir den Bus zum Hauptbahnhof. Bevor es weiter nach Dragør geht, wollen wir noch eine Zimtschnecke auf die Hand, leider vergessen wir im Laden eine Wartemarke zu ziehen und werden von nach uns kommenden eiskalt ausmanövriert. Unser Bus kommt, heute keine Zimtschnecke….

Sitzend lässt es sich aushalten, die Stadt zieht an uns vorüber, in Dragør angekommen, stellen wir fest, dass es hier wirklich hübsch ist. Lauter skagengulfarbene Häuser, das typische gelb, dass man in Dänemark so oft findet. Ein Idyll, durch dass wir uns den Weg zum Dragør Fort bahnen, von dem man einen hübschen Blick auf die Øresundbrücke hat. Windig ist es und kalt und an den Füßen bemerke ich Blasen. Daniel ist fürsorglicherweise kurz davor, im nächsten Supermarkt Blasenpflaster ankaufen zu wollen. Ich mache mir mehr Sorgen darum, wie ich die Schuhe wieder ankriegen soll, wenn ich sie einmal ausgezogen habe, denn dies wird bei meinem Großcousin, der uns zum Abendessen eingeladen hat, zwingend notwendig werden. Bevor es soweit ist, machen wir uns auf den Rückweg zur Bushaltestelle, Wir fahren zum Flughafen und von dort mit Kopenhagens fahrerloser Metro zur Station Lergravsparken. Google weist uns den Weg zum nächsten Supermarkt, als Gastgeschenk wird schnell noch eine Flasche Wein angekauft. Das Ausziehen der Schuhe bei Mark funktioniert blendend, meine Füße entfalten sich. Zur Stärkung gibt’s französisches Cassoulet, ich stelle fest, Mark kann kochen und zwar richtig gut. Das Essen ist ausgesprochen lecker, wir wollen das Rezept zum Nachkochen haben. Wir lassen uns das eine oder andere Bier schmecken und tauschen uns aus, über das Leben in Kopenhagen, die Weltlage und worüber man halt so plaudert, bevor der große Moment kommt, Schuhe wieder anziehen. Nach einigem Gewürge und unter Zuhilfenahme eines Schuhlöffels bin ich irgendwann wieder drin ohne irgendwelche Blasen zum Platzen gebracht zu haben.

Mit der Metro geht es heim, als kleines Schmankerl gibt’s zum Schluß noch Schienenersatzverkehr. Im Supermarkt gegenüber vom Hotel holen wir flott noch etwas Bier, bevor wir die geschundenen Gehwerkzeuge befreien und uns aufs kuschelige Bett legen können.



21. März 2022

Reste gucken


Ich habe noch ein paar Spots auf meiner Liste, die ich gern fotografieren möchte, Daniel interessiert sich für Fahrräder und schlägt außerdem noch einen Besuch der Grundtvigskirche vor. Beim ausgiebigen Frühstück - es gibt jeden Tag ein bißchen mehr Auswahl – versuchen wir zu planen, in welcher Reihenfolge wir nun alles abklappern können. Wir fangen mit der Kirche an, dort fährt ein Bus von Nørreport hin. Ein sehenswertes Bauwerk, dass sich baulich auch gut in die interessante Umgebung einfügt, leider sind die Türen aber zu. Ich mache also die obligatorischen Bilder und auf unserer Liste gibt es einen weiteren Haken. Daniel versucht derweil telefonisch den Immobilienkredit für sein Bauvorhaben zu klären.

In Carlsberg, dort wo das gleichnamige Bier gebraut wurde, will ich noch eine Brücke ablichten, bevor wir weiter nach Valby eilen, Fahrräder im Velohouse anschauen. Das liegt quasi am Weg und spart daheim einen selbigen.

In der Fisketorvet Mall essen wir zu Mittag, anschließend wird das Aller Media Gebäude auf den Sensor gebannt, gewissermaßen die Kehrwiederspitze Kopenhagens. Ich bin ja eh geneigt, zu behaupten, Kopenhagen ist das bessere Hamburg, kleiner, feiner, unaufgeregter und noch viel herrlicher am Wasser gelegen.

Wir liegen gut in der Zeit mit unseren „Resten“. Auf Instagram hatte ich gestern von einem Follower noch den Tipp bekommen, die Tankstelle Skovshoved, gebaut nach Plänen von Arne Jacobsen anzuschauen und war eigentlich davon ausgegangen, dass das bis zu einem weiteren Besuch in der dänischen Hauptstadt warten muss, aber es passt jetzt noch gut rein, so daß wir uns in die S-Bahn nach Ordrup setzen und nach Skovshoved rüberlaufen. In der Tat ein faszinierendes Bauwerk von unvergänglicher Schönheit. Ein Kleinod, das erfreulicherweise überlebt hat und auch heute noch als Tankstelle dient.

Daniel beschließt ins Hotel zu fahren, die Füße. Ich nehme noch die Metro nach Ørestad und fotografiere da ein wenig, bevor ich mich dem Shopping in der Hotellobby hingebe, man hat hier allerlei schönen Dinge zusammengetragen, Socken, T-Shirts, Bücher, Taschen und ich kann mich gar nicht sattsehen. Bei den Socken schlage ich zu, quietschgelb wollte ich immer schonmal haben. Orange macht auch fröhlich. Bei den Hygge Artikeln, gibt es leider keine T-Shirts, aber man verrät mir, wo ich die kriegen kann. Ich laufe also nochmal los zum Amagertorv und bekomme da das gewünschte. Urlaub setzt manchmal seltsame Hormone frei.

Entsprechend bereichert, wecke ich Daniel aus seinem Nachmittagsnickerchen und vervollständige meine Urlaubsaufzeichnungen. Wir brechen ein weiteres Mal zu Jacobsen auf, die traditionellen dänischen Gerichte haben es uns angetan und wir werden auch heute nicht enttäuscht. Dansk bøf geht immer. Der Gammeldags Æbelkage überfordert Daniel geschmacklich ein wenig. Authentischer geht es wohl nicht.

Während wir unseren Aufenthalt Revue passieren lassen, fällt uns auf, dass wir noch gar keine Pølser gegessen haben und das morgen eigentlich noch einbauen müssten. Im Supermarkt decken wir uns noch mit ein paar dänischen Spezialitäten ein. An der Hotelbar gibt es noch einen Abschiedsdrink.

Schon auf dem Weg ins Zimmer erregt im Laden in der Lobby ein Buch mit Luftbildern von Kopenhagen unsere Aufmerksamkeit. Wir blättern und finden noch allerlei Ziele, die man bei einem weiteren Besuch beäugen könnte. Zwei Bücher wandern noch auf die Zimmerrechnung.



22. März 2022

Aufregung


Um 11.24 Uhr soll unser Zug nach Hause gehen, genug Zeit also, ausgiebig zu frühstücken, zu packen und die Rechnung zu begleichen. An der Rezeption funktioniert die Kartenzahlung nicht wie sie soll, die Supervisorin wird rantelefoniert. Ich warte schon darauf, dass sie ein Ritsch-Ratsch Gerät herbeizaubert, aber es gelingt ihr anders, ihren Rechner von meiner Kreditkarte zu überzeugen. Den Kissenbezug, den ich erworben habe, händigt man mir aus, hat ihn auf der Rechnung aber vergessen, ich freue mich über das vermutlich unfreiwillige Geschenk.

Wir holen unsere Sachen, kommen vor dem Hotel am Pølsevogn vorbei und konstatieren, dass wir satt sind. Wir werden ohne Pølser abreisen müssen, lieber noch ein paar Zimtkringel für die Reise. Kurz vor der Bäckerei vermisst Daniel seinen Wohnungsschlüssel, der müsse wohl noch im ersten Zimmer liegen, dort im Nachttisch. Er sprintet zurück ins Hotel, bevor ich ihm sagen kann, dass er seine Tasche bei mir stehen lassen soll, ist er auch schon verschwunden. Per whatsapp hält er mich auf dem laufenden. Man sucht den Schlüssel, das ist Zimmer ist neu vermietet, der Strom geht scheinbar wieder. Im Hotel macht sich wohl betriebsame Hektik breit, irgendwann ist der Schlüssel aufgefunden, er war tatsächlich da, wo Daniel ihn vermutet hatte und wir können unseren Weg zum Bäcker fortsetzen, mit den bevorrateten Backwaren dann weiter zum Bahnhof.

Wir haben einen Zug, der bis Hamburg durchfährt. Bevor der einfahren kann, kommt der Zug davor nicht weg. Jemand blockiert die Tür und will partout nicht gehen. Man schreit sich an und wendet auch Gewalt an, nichts zu machen. Irgendwann kommt sein Kumpel aus dem Zug und die Herren verschwinden. Keine Ahnung, was der da drin gemacht hat. Verspätung fahren wir heute erst auf den letzten Metern kurz vor Hamburg ein, trotzdem bekommen wir unseren Anschlusszug nach Hannover noch und sind am frühen Abend wieder daheim