Ostpreußen - mueslipics

entlang der Ostsee


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9. August 2015

Aufbruch nach Osten


Der Urlaub beginnt entspannt, nach dem gestrigen Besuch auf dem Maschseefest, kann ich in Ruhe ausschlafen und meine Sachen für die kommenden zwei Wochen packen. Mittags brechen Olaf und ich dann nach Hamburg auf und sammeln bei Christopher unsere Reisepässe mit den Russlandvisa wieder ein. Er war so freundlich, sie beim Generalkonsulat für uns abzuholen, das spart einen Weg. Es ist warm, die Sonne scheint und wir gehen gemeinsam Mittag essen, bevor wir unsere Fahrt nach Travemünde fortsetzen. Um 17 Uhr stehen wir am Skandinavienkai und checken ein, um mit der Stena Line nach Liepaja in Lettland zu reisen, um 21 Uhr wird abgelegt und 27 Stunden später sollen wir dort sein.

Im Sonnenuntergang geht es auf der Urd die Trave hinab  auf die Ostsee, an Bord nehmen wir unser Abendessen gemeinsam mit osteuropäischen Truckern ein, die einen großen Teil der Passagiere stellen, lassen uns den Seewind um die Nase wehen und freuen uns an der Bordbar, bevor es in die Innenkabine ins Bett geht. Fähre geht auch ohne Fenster!



10. August 2015

Seetag


Die Sonne scheint aus allen Knopflöchern, der Wind weht uns um die Nase, Land ist weit und breit keines zu sehen. Ab und an gibt es eine Mahlzeit und sonst sitzen wir mir angezogenen Beinen und aufgeschlagenen Büchern an Deck und lassen es uns gutgehen.


11. August 2015

Das Abenteuer kann beginnen


Mitten in der Nacht, pünktlich um 1 Uhr kommen wir in Liepaja an und fahren von der Fähre in den Ort hinein, die Bürgersteige sind bereits hochgeklappt, kein Mensch zu sehen. Wir haben uns für ein paar Stunden im Hotel Liva eingemietet, um ausgeschlafen weiterreisen zu können. Nach nur 10 Minuten sind wir da, parken das Auto und gehen ins Bett.

Um 8.30 Uhr sitzen wir bereits  beim Frühstück, wir wollen nach Litauen, das sind nur etwa 100 Kilometer und die Fähre  nach Liepaja war deutlich günstiger als die direkt nach Klaipeda. Baustelle nach Baustelle säumt unseren Weg, EU Fördermittel planieren die Landschaft. Gegen Mittag erreichen wir Klaipeda, parken den Wagen und machen erstmal einen Spaziergang durch die hübsch instandgesetzte Altstadt, bevor wir nach dem Essen auf die kurische Nehrung übersetzen und am Nachmittag Nida erreichen. Hier wollen wir erstmal bleiben. Unsere Pension Prie Mariu liegt direkt am Ufer des Haffs und zu Fuss sind es nur 20 Minuten bis zum Ostseestrand, den wir  sofort besuchen.

Es ist herrlich hier, die Sonne scheint vom blauen Himmel auf uns herab, Strand, Meer, Wald um uns herum, was will man mehr.  Zum Abendessen laufen wir an der Haffpromenade entlang in den Ort und genießen später noch ein wenig mitgebrachten Schaumwein auf der Terrasse bis die Sonne untergeht.


12. August 2015

Die Nehrung erkunden


Frühstück gibt es auf der Terrasse mit Blick aufs Haff. Auf Wunsch werden frische Pfannkuchen zubereitet und wir genießen, das wir Urlaub haben. Auch heute trübt kein Wölkchen den Himmel, wir leihen uns Fahrräder und fahren nach Nida und weiter zur  hohen Düne, von der aus man die Nehrung gut überblicken kann, bis hinüber nach Russland. Als nächsten Aussichtspunkt steuern wir den Leuchtturm an, wir machen einige "Höhenmeter" heute und verschnaufen ein wenig, bevor wir die Fahrräder wieder in die Pension bringen. Sie sind schon recht abgefahren und eher für kürzere Strecken geeignet. Zwar könnten wir an jeder Ecke andere, bessere mieten, entscheiden uns aber, mit dem Auto weiterzumachen.

Juodkrante, früher einmal Schwarzort ist ähnlich malerisch wie Nida, es muss damals spannend gewesen sein, als die Kurenkähne auf dem Haff unterwegs waren, die deutsche Vergangenheit der Region weckt natürlich auch unsere Neugier. Wir genießen Sonne und Wind, essen zu Mittag und werfen auf dem Weg zurück schonmal einen Blick auf den Grenzübergang nach Russland. Übermorgen wollen wir weiter auf die andere Seite.

Nachmittags sonnen wir uns am Strand, die Ostsee hat 18° und abends gehen wir am Hafen essen, das Lokal produziert allerdings mehr so etwas wie fast food und ist nicht weiter erwähnenswert. Mit uns  sind eine ganze Menge deutscher Touristen auf der Nehrung unterwegs. Ich bin ganz überrascht, die Gegend ist schon längst aus ihrem touristischen Dornröschenschlaf erwacht. Für die meisten ist hier allerdings auch Schluß, weiter nach Russland will - außer uns - niemand.


13. August 2015

Preila und Pervalka


Dieses sommerliche Draußenfrühstück mit Blick aufs Wasser hat ja was, ich könnte mich jedenfalls daran gewöhnen. Der südliche Teil der kurischen Nehrung steht erst morgen auf dem Programm, heute fahren wir nochmal gen Norden und schauen uns Preila und Pervalka an, sowie evangelische Kirche und Friedhof in Nida, hier ist es ziemlich deutsch. Den Nachmittag verbringen wir erneut am Strand, das schöne Wetter will ausgenutzt werden.

Leider finden wir auch heute zum Abendessen kein wirklich gutes Restaurant, hier gibt es noch Verbesserungsbedarf. Wir beschließen den Tag mit Abreisevorbereitungen und genießen ein letztes Mal den Haffblick mit einem Bier in der Hand.


14. August 2015

Куршская коса


Die Sachen sind gepackt, nach dem Frühstück brechen wir auf, zur Grenze sind es nur vier Kilometer. Der nördliche Teil der Nehrung war schön und entspannt, touristisch bereits ziemlich entwickelt und kann sicher als Geheimtipp bezeichnet werden, der vermutlich nicht mehr lange geheim bleiben wird. Wem skandinavische Seen gefallen, der wird es auch hier zu schätzen wissen.

Der südliche Teil ist Abenteuerland und schon aufgrund des Visareglements nicht mal eben so zu bereisen. Die 72-stündige Visafreiheit für den Oblast Kaliningrad hat die Russische Föderation wieder abgeschafft. Da wir aber neugierig sind und Reisen zu Orten besonders spannend sind, die auf den touristischen Hitlisten nicht ganz oben stehen, haben wir uns den bürokratischen Hürden unterworfen: Wir haben uns vorher eine Einladung (bekommt man in der Regel über das Hotel) und mit dieser beim Hamburger Generalkonsulat unter Einreichung aller möglichen Dokumente ein Visum besorgt. Allein das war schon ein kleines Abenteuer.

Nun ausgestattet mit den erforderlichen Papieren, biegen wir ab, Richtung Kaliningrad. Die Ausreise aus Litauen geht zügig vonstatten, die Einreise nach Russland im Prinzip auch. Wir müssen Zollerklärungen ausfüllen, uns werden deutsche Formulare gebracht, allerdings ist die Zöllnerin keiner Fremdsprache mächtig, so dass es drei Anläufe braucht, bis wir begreifen, dass es reicht, wenn wir ein gemeinsames Formular ausfüllen statt jeder eines. Mit dem korrekt ausgefüllten Formular können wir dann erst das Auto einführen und anschließend uns selbst. Für letzteres schieben wir unsere Pässe durch einen Schlitz in ein blindverglastes Häuschen aus dem sie nach einigen Minuten gestempelt wieder herauskommen.

Der russische Zoll ist derweil mit Spiegeln unter unserem Auto langgefahren, zu guter letzt  wird mir noch bedeutet, meinen Koffer zu öffnen und meinen Rucksack. Die Zöllnerin entdeckt die Fotoausrüstung und ist hochalarmiert, leider aber nicht in der Lage, mir verständlich zu machen, was genau ihre Besorgnis ist. Ich versuche ihr zu erläutern, dass ich Hobbyfotograf bin, sie vermutet aufgrund der drei Objektive scheinbar Spionage. Jemand anders wird geholt, er guckt, grinst und winkt ab. Wir dürfen passieren.

Noch eine letzte Kontrolle, alle Papiere werden nochmal durchgeblättert, dann hebt sich der Schlagbaum, Добро пожаловать в Россию!, Willkommen in Russland.

Die Straße ist deutlich schmaler als auf dem litauischen Teil der Nehrung, der Wald viel dichter und kaum sind wir drin, werden wir auch schon wieder angehalten. 5 Euro Nationalparkgebühr sind fällig. Mit unserem 50 Euro Schein brauchen wir das gesamte Wechselgeld des Kassierers auf.

Wir halten am tanzenden Wald an und auf Müllers Höhe. Gegen Mittag erreichen wir Selenogradsk, früher einmal Cranz, direkt am Ende der Nehrung. Der Ort ist wuselig, wir besorgen uns Rubel und etwas zu essen und lassen uns ein wenig treiben. Dafür, dass Selenogradsk schon lange nicht mehr Cranz heißt, kann man den alten Ortsnamen relativ oft lesen, es scheint, man besinnt sich ein wenig seiner Vergangenheit in der wirtschaftlich abgeschnittenen Exklave. Tourismus wäre ein Geldbringer, wenn nicht die Lage und bürokatische Hürden hier das Geschäft torpedieren würden.

Ursprünglich wollten wir hier unser Nachtlager aufschlagen, haben aber umgebucht, zum Glück. Swetlogorsk aka Rauschen, unser Ziel für heute ist deutlich hübscher. Beim Ansteuern unseres Ziels kollidieren wir fast mit einem Lastwagen, wir sind verkehrt herum in eine Einbahnstraße gefahren. Freundliche Menschen machen uns auf unseren Fehler aufmerksam und helfen uns, den Weg zu finden.

Beeindruckend ist die Steilküste, mit einer Seilbahn kann man zum Strand hinab fahren. Überall ist viel Wald, der Ort ist voller Bäume und es sind viele Menschen unterwegs im Sotschi des Nordens, hauptsächlich Touristen aus dem russischen Kernland. Unser Hotel ist hübsch, das Personal freundlich und bei den Verständigungsschwierigkeiten hinsichtlich der erforderlichen Registrierung helfen andere Gäste - in fließenden Deutsch.

Wir erkunden den Ort zu Fuss, essen ein russisches Eis und stellen fest, dass der russische Chic mit dem Hang zum Hauch "too much" sich nicht nur an den Menschen bemerkbar macht, sondern auch an den Bauten. Bei manchem Haus wäre eine Etage weniger einfach mehr gewesen. Dennoch ist es sehr schön hier.


15. August 2015

Sperrgebiet?


Nach dem Frühstück brechen wir auf nach Baltjisk (Pillau), ganz im Westen des Kaliningrader Gebietes am Frischen Haff. Teile der Stadt, ebenso wie die Frische Nehrung sind nach wie vor für Ausländer gesperrt, handelt es sich doch um den Stützpunkt der Baltischen Flotte, nur was genau gesperrt ist, konnte uns im Vorfeld keiner sagen. Niemand hält uns an und wir kommen problemlos in die Stadt und bis an die Südspitze zum Hafen. Wir spazieren an der Mole entlang und können die Frische Nehrung sehen, hinüberzufahren unterlassen wir aber, wir wollen das Schicksal nicht herausfordern.

Nachdem wir uns ausreichend umgeschaut haben, wollen wir das schöne Wetter am Strand genießen und fahren nach Jantarny (Palmnicken). Unterwegs begleiten uns Alleen und Blumenwiesen, eine Menge Land scheint unbestellt zu sein. Es ist herrlich, genauso herrlich wie der Strand in Palmnicken, der nicht so zubetoniert ist, wie der in Rauschen. Die Einheimischen finden das auch, dementsprechend viel ist hier los und wir müssen eine ganze Weile nach einem Parkplatz suchen.

Zu Abend essen wir im polnischen Restaurant in Rauschen, es gibt Schaschlik.


16. August 2018

weiter geht's nach Königsberg


Morgens testen wir nach dem Frühstück noch die Seilbahn hinab zum Strand aus. Es handelt sich um lustige Einpersonenkabinen, die die Mitfahrer runter und auch wieder rauf baggern, ein lustiges Erlebnis. Danach suchen wir als erstes die Thierenfelder Mühle oder den Grund auf dem sie mal gestanden hat. Olafs Großeltern haben eben diese betrieben. Mittels Karten finden wir die ungefähre Gegend, stapfen über Blumenwiesen, entdecken einen Soldatengedenkstein und ansonsten viel unberührtes Land, aber hier muss die Mühle vor mehr als 70 Jahren wohl mal gestanden haben. Dann gings mit dem Bollerwagen übers zugefrorene Haff nach Westen.

Bei unserer Mühlensuchaktion stoßen wir irgendwann auf einen (ehemaligen?) Flughafen und haben prompt ein schlechtes Gewissen, irgendwie kommt man sich auch ohne Spionageabsichten immer ein wenig vor, als täte man verbotenes.,

Am Mittag erreichen wir Kaliningrad, das ehemalige Königsberg. Während die Überlandstraßen exzellent ausgebaut sind, holpert es in der Stadt ein wenig. Wir checken im Hotel Kaliningrad ein, mit Domblick und laufen gleich wieder los, die Stadt zu erkunden.

Als erstes sticht uns das Haus der Sowjets ins Auge, eine Bauruine, die jetzt ungefähr dort steht, wo einmal das Königsberger Schloß stand. Damit das nie bezogene Bauwerk die Stadt zum Jubiläum nicht verschandelt, hat man es angestrichen, so wirkt es nicht ganz so morbide. Daneben ist  viel Freifläche auf dem ehemaligen Schloßgrund.

Verglichen mit der teilweise unberührten Landschaft drumherum, kann man Kaliningrad getrost als häßlich bezeichnen. Es handelt sich um eine unschöne Betonwüste, ab und an findet sich mal eine kleine Oase oder ein altes, dann aber in der Regel verfallenes Gebäude.

Im (renovierten) Fischdorf am Pregelufer essen wir zu Mittag, nehmen später ein Bier am Roßgärtertor und laufen am Schloßteich entlang wieder zum Hotel zurück.

Das Abendbrot nehmen wir im Zötler ein, einem bayerischen(!) Restaurant am Leninskij Prospekt, in dem auch regelmäßig der Trefftisch(!) der Deutschen in Kaliningrad stattfindet.



17. August 2015

Bahnhöfe


Schon seit Beginn unseres Urlaubs scheint regelmäßig die Sonne, so auch heute, wir spazieren den Leninprospekt hinunter zum Platz des Sieges, vorbei an Mütterchen Russland zum Prospekt Mira, hier gibt es sogar einige wirklich hübsche Bauwerke, wir laufen die Czernjachowskaja zur Markthalle weiter und schauen dem Treiben zu.

Am Nordbahnhof überlegen wir uns mit dem Zug zum Südbahnhof zu fahren, aber irgendwie geht das nicht, unsere Verhandlungen laufen jedenfalls ins Leere, auch aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse. Wir fahren stattdessen Bus, auch ein Erlebnis.

Neben dem Bahnhof ist ein Postamt, so werden wir auch gleich unsere Postkarten los und bestaunen danach das Brandenburger Tor in Kaliningrad. Und auch der heutige Namensgeber der Stadt hat hier sein Denkmal.

Buserfahren wie wir nun sind, fahren wir mit dem Bus wieder zurück, essen erneut im Fischdorf zu Mittag und besichtigen dann den wiederaufgebauten Königsberger Dom. Von außen ist er recht hübsch geworden, von innen eher enttäuschend. Man ist allerdings sehr stolz darauf, dieses Bauwerk wieder errichtet zu haben.

Als nächstes wird Tatra gefahren, zur Ulica Frunse, hier verfällt seit über siebzig Jahren noch ein wenig Rest vom alten Königsberg, der Schriftzug der Kreuz-Apotheke hat überdauert. Die Straßenbahnfahrt ist auch ein Erlebnis denn der Nachkriegsgleiskörper ist auch schon recht marode, wenn es gar nicht mehr geht, wird dann die Linie jeweils eingestellt und durch einen Bus ersetzt.


18. August 2015

Am Arsch der Welt


Es staut - auch in Kaliningrad möchte morgens jeder mit seinem Auto irgendwohin, wir wollen nach Osten. Nach dem Frühstück sind wir nach Tschernjachowsk aufgebrochen, früher Insterburg. Unberührte, idyllische Landschaften fliegen an uns vorbei, während wir uns auf bestens ausgebauten Straßen unserem Ziel nähern.

Im Hotel Kochar scheinen wir fast die einzigen Gäste zu sein, im Gegensatz zur Küste und auch zur Gebietshauptstadt, scheint Tschernjachowsk nicht auf den Listen irgendwelcher Touristen zu stehen.

Auf unserem Rundgang durch den Ort begegnet uns allerlei seit Kriegsende Verfallendes und auch die sozialistischen Plattenbauten sind in einem bedauernswerten Zustand. Warum das so sein muss ist mir unerklärlich, für Überlandstraßen scheint Geld dazu sein, dafür allerdings fahren die Tschernjachowsker auf Kopfsteinpflaster, das noch "made in Germany" sein dürfte. Trotzdem ist die Atmosphäre nett, die Sonne scheint, es ist unaufgeregt, der morbide Charme der Stadt weckt fast ein wenig Mitleid. Hier ist der Hund jedenfalls ziemlich verforen. Wir laufen durch fast jeden Straßenzug, schauen uns die Reste der Ordensburg an und spazieren schließlich an der Angerapp entlang durch den "Park des Sieges"

Beim Abendessen können wir noch ein wenig russischen Chic in Kittelschürze bei der Raucherpause bewundern.


19. August 2015

Durch die Rominter Heide zur Wolfsschanze


... führt uns unser Weg heute. Nach dem Frühstück brechen wir auf in Richtung Gussew zur Grenze. Insgesamt dauert das Procedere etwas über eine Stunde, wobei es auf russischer Seite recht entspannt ist, ein gemütlicher Zöllner möchte lediglich wissen, ob wir Waffen dabei haben und die Dame hinter dem Schlitz, in den wir auch hier wieder unsere Pässe stecken müssen, befühlt jede Seite unseres Passes einzeln. Trotz Blindverglasung kann man ein bißchen was erkennen.

Auf der polnischen Seite ist man auch sehr akribisch, schließlich handelt es sich um eine EU-Außengrenze, man kommt sich allerdings nicht als heimkehrender Unionsbürger vor, sondern ein wenig wie ein Verdächtiger, schlußendlich hat man sich aber nach dreißig Minuten auch hier davon überzeugt, dass wir nichts Böses im Schilde führen und lässt uns rein.

Wir wollen die Wolfsschanze besichtigen, bzw. das, was von ihr übrig ist und mal schauen, ob man noch sehen kann, wo Claus Schenk Graf von Stauffenberg seine Tasche abstellte. Den Besuch kann man sich allerdings getrost sparen, man hat hier eine Art Disneyland hochgezogen, in dem man sich mit Kübelwagen hin- und her fahren lassen kann. Da wo die Tasche stand, steht ein Gedenkstein, ansonsten ein paar Ruinen und im Restaurant schlechtes Essen.

So führt uns unsere Reise weiter auf die Masurische Seenplatte nach Nikolaiken an der Spirdingsee. Hier ist es richtig schön, was so ein bißchen Wasser doch schon wieder ausmachen kann. Quartier beziehen wir ins Sensburg und setzen uns mit einem Bier ans Ufer des Sees. Olaf springt direkt hinein und wir genießen die Abendsonne. Später dann die Hotelbar... was finden die Leute bloß an Wodka?



20. August 2015

Mit Kater zur Burg


Ich fühle mich nach dem Aufstehen in etwa so wie ein Stein des Insterburger Kopfsteinpflasters, überfahren. Dabei weiß ich eigentlich, dass ich von kurzen Getränken die Finger lassen sollte. Aber es nützt ja nichts, die Reise geht weiter. Erst nach Malbork, wo wir die eindrucksvolle Marienburg besichtigen und zur Zisterzienserabtei nach Pelplin, die hat allerdings bereits zu, als wir ankommen. Polnische Straßen entschleunigen ein wenig, der Wodka tat ein übriges und so ist es bereits 17 Uhr. Wir setzen unsere Reise nach Danzig fort und beschließen, die Entdeckung der Stadt erst morgen zu beginnen.


21. August 2015

Frisch und munter...


...fahen wir mit dem Bus in die Stadt und schlendern durch Danzig. Wir sind beeindruckt, wie hübsch es hier ist, insbesondere die Altstadt. Wir flanieren, trinken Kaffee, besteigen die Marienkirche, essen mit Blick aufs Krantor zu Mittag und genießen einfach.

Abends essen wir im Literacka in der Mariacka, gegenüber spielen Straßenmusiker klassische Musik auf, danach fotografieren wir Danzig im Dunkeln, herrlich! Wir sind weit nach Mitternacht im Bett, so spät, wie noch nie in diesem Urlaub.

Straßenmusik in Danzig


22. August 2015

Wind am Strand


Gegen 8 verlassen wir das Bett schon wieder und machen noch einen Ausflug zur Westerplatte, wo der zweite Weltkrieg begann, dann geht es an der Ostseeküste entlang nach Kolberg, quasi das polnische Mallorca. Das Hotel ist hübsch designt und auf Massentourismus ausgelegt, abseits des Ortes, direkt am Strand. An den gehen wir auch gleich und lassen uns den Sand in die Ohren wehen. Es ist recht windig.


23. August 2015

Regen? Wieso Regen?


Wir setzen unsere Reise entlang der Ostseeküste fort nach Swinemünde. Hier treffen wir uns mit Sylvie und André, zwei Kollegen von mir, die gerade auf der deutschen Seite von Usedom urlauben. Beim Eisessen gibt es plötzlich einen ziemlichen Schauer, fast 14 Tage hatten wir ausschließlich Sonnenschein und kaum sind wir kurz vor der deutschen Grenze, beginnt es wieder zu regnen. Ich mache noch einen Spaziergang an der Promenade entlang und wundere mich ein wenig, warum auf der polnischen Seite die Geschäfte zwischen Strand und Promenade sind, andersrum wärs schöner. Mein Weg führt mich bis zur deutschen Grenze, die man Dank des Schengener Abkommens nun ohne irgendwelche Kontrollen einfach so überschreiten kann. Was geht es uns gut. Das Abendessen nehmen wir an der Promenade ein, ein wenig Strand können wir zwischen den Buden hindurch immerhin sehen.


24. August 2015

Heimwärts


Morgens schauen wir uns noch den Leuchtturm in Swinemünde an, dann geht es westwärts, wir tanken nochmal in Polen und fahren über die Grenze nach Mecklenburg-Vorpommern. Die heutige Tagesetappe heißt Rostock, hier schauen wir uns entspannt um, essen DDR- Eis in der Eiswerkstatt und lassen den Abend und damit unseren Urlaub ganz entspannt ausklingen. Morgen geht es wieder heim nach Hannover.