Tel Aviv - mueslipics

ein Stück Israel entdecken

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28. April 2015

Shalom Israel


Es ist 1.45 Uhr, nach einer Zwischenlandung in Istanbul sind wir gerade am Ben Gurion Airport in Tel Aviv gelandet, an der Passkontrolle gab es statt Stempeln Schnipsel, die wie Fahrkarten aussehen und uns die Sperre ins Heilige Land öffnen. Draußen herrschen angenehme Temperaturen und Christopher und ich nehmen uns ein Taxi und fallen um 3.15 Uhr in unserem Airbnb Appartement ins Bett.

Die Sonne scheint und es ist warm, als wir um 10.30 Uhr wieder aus unseren Betten klettern. Wir machen uns landfein und besuchen den um die Ecke liegenden Ha’Tikva Markt, um Frühstück einzukaufen – was es hier nicht alles für leckere Sachen gibt. Und man kann probieren. Christopher ekelt sich, als der Käseverkäufer mir ein Messer mit Frischkäse hinhält, von dem ich wiederum den Käse mit dem Finger zum Probieren abnehme. Der Käse besteht die Geschmacksprobe und wird gekauft. Lecker!

Nach dem Frühstück nehmen wir den Bus in Richtung Innenstadt, kaufen Sonnencreme und schlendern gemütlich zum Strand. Was für schöne Menschen sich hier in der Sonne aalen. Ich suche uns ein schattiges Plätzchen, creme mich ein und dann geht es ab ins Wasser.

Relaxed fahren wir mit dem Bus weiter nach Jaffa und spazieren durch die Altstadt, von der sich ein prächtiger Blick auf Tel Aviv und dessen Promenade eröffnet. Abendessen gibt’s im Grill Restaurant ums Eck.



29. April 2015

Feuer und Wasser


Wir schlafen aus, frühstücken Frischkäse und Tomaten und fahren mit dem Zug von Ha’Hagana nach Hashalom zum Azrieli Center um einen Blick von oben auf die Stadt zu erhaschen. Am Eingang muss man durch einen Metalldetektor und sein Gepäck durchleuchten lassen, das war am Bahnhof auch schon so, aber alles geht schnell. Eine gewisse Militärpräsenz in der Stadt fällt auf, aber alles wirkt sehr relaxed. Bedenkt man, dass auf einer Art Pulverfass sitzt, so bekommt man davon wenig mit, während man sich hier treiben lässt.

Der Blick vom Turm ist ein wenig getrübt von Dunst und dreckigen Fenstern, aber spannend, wieder unten angekommen, nehmen wir uns ein Paar der grünen Leihräder, die überall stehen und setzen unsere Erkundungstour mit dem Fahrrad fort: Bauhausarchitektur, Rothschild Boulevard, Burger bei Moses, Shalom Meir Tower, Florentin und am Rathaus die Stelle an der Yitzhak Rabin ermordet wurde, sind so ein paar Stationen, das mit den Rädern ist dabei sehr praktisch.

Am Dizengoff Square gefällt uns der Feuer und Wasser Brunnen besonders gut, im Bauhaus Center kaufen wir ein paar Souvenirs und plaudern mit dem Schweizer Mitarbeiter, der vor mehr als 20 Jahren nach Israel ausgewandert ist über die Besonderheiten des Landes und seiner Menschen. Der Umgangston ist, wie er gesteht, hin und wieder eher rau in Israel.



30. April 2015

Die Heilige


Um 7.51 Uhr bringt uns der Zug von Ha’Hagana nach Jerusalem zum Haltepunkt „Biblischer Zoo“. Nach dem doch eher säkularen Tel Aviv steht heute die heilige Stadt auf unserem Zettel – der Ort, den Juden, Christen und Moslems verehren und der doch bei weitem nicht so friedlich ist, wie man es sich von einem derart religiösen Ort erhoffen würde. Vom Bahnhof geht es mit dem Bus weiter hinauf auf den Herzlberg zum Nationalfriedhof zu den Grabstätten der Rabins und von Golda Meir. Durch den schattigen Wald („The Connecting Path“) gehen wir hinüber auf den Berg der Erinnerung zur Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem, die wir ausführlich besichtigen. Ein Besuch, den ich jedem Menschen, egal woher auf der Welt er kommt, nur sehr ans Herz legen kann, in dem aber sicher auch für einen Deutschen eine besondere Verpflichtung liegt.


Angefüllt mit allerlei Gedanken, nehmen wir uns ein Taxi zur Knesset und machen ein paar Bilder bevor wir uns am Busbahnhof mit einem Shawarma stärken und mit der Straßenbahn zum Damaskus Tor fahren um die Jerusalemer Altstadt zu erkunden. Ein wildes Treiben auf den engen Gassen, wir erreichen die Klagemauer, leihen uns ein paar Kippas und gehen vor bis zu einer der heiligsten Stätte des Judentums. Von der Erlöserkirche, einer evangelischen Kirche können wir uns einen Blick über die Altstadt von oben verschaffen und sehen so auch den Felsendom auf dem Tempelberg, den ältesten Sakralbau des Islams, zu dem wir allerdings nicht vordringen können, da dies zumindest heute nur Moslems gestattet ist. Wir sehen eine Vielzahl weiterer Gotteshäuser, christliche, muslimische, orthodoxe, dicht an dicht, aber auch die Mauer, die die Grenze zwischen Israel und dem Westjordanland markiert. Zu guter letzt werfen wir noch einen Blick in die Grabeskirche, die allerdings sehr voll ist.


So viel Geschichte, so viele Symbole, so viel Religion und so viel Konflikte auf so engem Raum findet man wohl nur hier und so lohnt es sich sehr, sich die Welt hier einmal von oben anzuschauen und innezuhalten. Wir sind angefüllt mit sehr vielen Eindrücken in sehr kurzer Zeit, einer fehlt uns noch, Me’aShe‘arim, das Viertel der ultra-orthodoxen Juden in Jerusalem, wo die Männer Schtreimel und die Frauen Scheitel tragen. Wir brauchen ein wenig und müssen uns durchfragen, dann sind wir mittendrin, dort wo die Zeit ein wenig stehengeblieben zu sein scheint, wenn man sich intensiver mit den hier herrschenden Bräuchen und Traditionen beschäftigt. Vom Busbahnhof geht es mit dem Linienbus zurück nach Tel Aviv, wir lesen am Abend beim Bier noch sehr viel Wikipedia.



01. Mai 2015

Shalom Shabbat


Nach so viel spannenden Fragen, die seit dem gestrigen Tag ins unseren Köpfen Karussell fahren, sind wir heute nochmal mit den Rädern in Tel Aviv unterwegs, fahren die Strandpromenade rauf und runter und schauen die Dinge an, die wir vorgestern noch nicht abhaken konnten. Wir legen uns nochmal zu den Schönen an den Strand und essen in Jaffa im Puaa zu Abend bevor der Sabbat über Tel Aviv hereinbricht und das Leben sichtbar erlahmt. Wir räumen unsere Wohnung auf und packen unsere Sachen.


02. Mai 2015

שלום ישראל


Um 5.40 Uhr sammelt uns ein arabischer Taxifahrer ein und bringt uns zum Flughafen. El Al ist nach wie vor die einzige Airline weltweit, die am Sabbat nicht fliegt , aber immerhin wird am Ben Gurion Airport gearbeitet. Die Sicherheitskontrolle geht verhältnismäßig zügig, alles was nach Elektronik aussieht wird einzeln angeschaut, Christopher wird sogar noch ausgerufen, weil er sein Ladegerät im Aufgabegepäck gelassen hat. Es wird ihm gebracht.

Dann geht es über Istanbul wieder heim und den ganzen Flug reden wir noch über diese paar Tage, über dieses faszinierende Land, über Krieg und Frieden über Religion und viel über das Warum. Es gibt noch so viel zu Entdecken auf diesem kleinen Flecken Erde, dass es wohl nicht unser letzter Besuch gewesen sein wird.