Vietkulsinkamkok - mueslipics

Eine Rundreise durch Südostasien

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21. Oktober 2017

Endlich Urlaub!


Endlich Urlaub, es ist soweit , hier wird es kalt und auf uns wartet hoffentlich die Sonne. Aktuell frieren wir aber noch an einem niederländischen Bahnsteig und warten auf unseren Zug zum Amsterdamer Flughafen. Von dort bringt uns KLM nach Moskau und die Aeroflot weiter nach Hanoi. Alles läuft planmäßig, in Moskau müssen wir drei Stunden warten, dann folgt ein etwas gewöhnungsbedürftiger Flug, der Service ist nicht wirklich das wahre, mit Getränken werden wir kurz gehalten, sehr kurz.


21. Oktober 2017


22. Oktober 2017

Good morning Vietnam! Wie kommt man hier über die Straße?


Es ist 8.30 Uhr als wir endlich in Hanoi landen, nach jedem Langstreckenflug wünsche ich mir wieder, dass endlich das Beamen erfunden wird. Es ist warm, so 27 Grad, aber immerhin läuft uns das Wasser nicht sofort an jeder Körperstelle hinab. Mit unseren E-Visa versuchen wir nach Vietnam einzureisen, müssen aber erst noch zu einem anderen Schalter, an dem man umständlich unsere Pässe kopiert, bevor wir in die normale Schlange zurückdürfen und einreisen. Am Gepäckband warten wir sehnsüchtig auf unsere Rucksäcke, bis wir feststellen, dass diese bereits neben dem Band liegen. Auf geht’s in die Ankunftshalle, wo wir bereits von einem Fahrer unseres Airbnb Vermieter erwartet werden.

Wir landen in einem geräumigen Apartment unweit des roten Flusses, teilen die drei Schlafzimmer unter uns auf und holen erstmal ein paar Stunden des dringend benötigten Schlafs nach. Am frühen Nachmittag fühlen wir uns soweit regeneriert, dass die Entdeckungsreise beginnen kann. Wir stürzen uns in den Trubel und fahren mit dem Taxi in die Altstadt, der Verkehr ist unbeschreiblich, als erstes fällt die unbeschreiblich große Anzahl von Mofas auf, die mit den Autos auf der Suche nach freiem Raum auf der Straße konkurrieren. Verkehrsregeln scheint es nicht zu geben, jedenfalls erschließen sie sich uns nicht. Jeder fährt wo er mag , was durchaus auch bedeuten kann, sich entgegen der Fahrtrichtung vorwärts zu arbeiten, offiziell herrscht Rechtsverkehr…. Über die Straße zu gehen, ist eine wirkliche Herausforderung, am besten schaut man weder nach links oder rechts, sondern läuft einfach los. Wichtig ist allerdings, dabei nicht stehenzubleiben!!Aber, oh Wunder, das System funktioniert, wir sehen jedenfalls keinen Unfall und unsere Kraftdroschke bewegt sich konstant fort, nicht schnell, aber wir bleiben auch nicht stehen. Die Einfahrt in einen Kreisverkehr gelingt durch stetes Gas geben und hupen und auch wenn es nicht so scheint, eine gewisse Art von Rücksicht nimmt man, alles ist im Fluss.

Nach der Reise haben wir Hunger und nehmen an einer gut besuchten Garküche auf den blauen Kunstoffhockern Platz, es wird uns eine laminierte Speisekarte gereicht und wir wählen. Beim Birdsalad nehmen wir an, es handelt sich um Ente, die Vogelteile auf dem Teller sehen jedenfalls so aus. Frühlingsrollen und Steam Shrimps sind sehr lecker und wir haben das Gefühl, im Urlaub angekommen zu sein. Zu Fuss schlendern wir rund um den Hoan Kiem Lake und lassen die Atmosphäre auf uns wirken. Es ist Sonntag, die Straßen sind abgesperrt und kein Mofa stört, allerdings kreisen Kinder in elektrischen Miniautos auf den Straßen, früh übt sich. Hochzeitspaare posen für Fotografen, es ist eine schöne Atmosphäre rund um den See. Straßenmusiker singen, wir decken uns am Postamt schonmal mit Karten und Briefmarken ein, und werden zwischendurch wieder und wieder von Schulkindern angesprochen, die englische Konversation betreiben wollen und wissen möchten wie uns Vietnam gefällt. Nun, der erste Eindruck ist schonmal ein guter. Mittlerweile ist die Sonne untergegangen und wir sitzen in einem Lokal im fünften Stock eines Hauses an der Stirnseite des Sees, Ha Noi Bier probieren und dem munteren Treiben von oben zusehen.


22. Oktober 2017

Abendmusik


23. Oktober 2017

Von Löchern in Brücken und Onkel Ho


Um 8.00 klingelt unser Vermieter und bringt das Frühstück, sehr praktisch! Wir bewaffnen uns mit einem Stadtplan und ziehen los, zu Fuss natürlich, unweit unserer Unterkunft quert eine Eisenbahnbrücke den roten Fluss, die außerdem noch von Massen an Mofas genutzt wird, am Rand ist auch Platz für Fussgänger. Es handelt sich um die Long Bien Brücke aus dem Jahre 1903, die bereits den Vietnamkrieg überstanden hat. Leider sieht man ihr das ein wenig an und auf dem schmalen, den wenigen Fussgängern zugedachten Raum befinden sich Stahlbetonplatten mit Löchern, kleine und auch mal größere - unverbauter Flussblick nach unten . Daneben Mofas aus beiden Richtungen, teilweise beladen jenseits irgendwelcher Belastungsgrenzen und nicht zu vergessen in der Mitte Züge. Ich hab die „mimimi „ Karte gezogen und will lieber mit dem Taxi auf die andere Seite, sehe ich mich doch schon in den Roten Fluss stürzen oder wenigstens zwischen zwei Stahlbetonplatten im Bodenlosen klemmen. Da wir die Diskussion allerdings im Gehen führen, ist es irgendwann egal. 1680 Meter gehen auch vorbei. Ich bin sehr froh, als ich heil auf der anderen Seite ankomme. Entschädigtmich doch ein kleiner Bahnhof, die Long Bien Station, an der man schöne Fotos, auch von der Brücke machen kann.

Erster Besichtigungspunkt ist der Dong Xuan Markt, beim ersten Durchschauen stoßen wir hauptsächlich auf Bekleidung die uns weniger interessiert, wir lassen uns treiben, Richtung Westen. Wir müssen irgendwann die erste größere Straße überqueren, Augen zu und durch, nicht nach links und rechts schauen, einfach gehen und keinesfalls anhalten. Siehe da, es funktioniert, der Verkehrsstrom bewegt sich um einen herum. Zunächst stoßen wir wieder auf Eisenbahngleise, die zwischen Häusern entlang laufen und für die Bewohner den Hinterhof darstellen. Auf der Dien Bien Phu Straße kommen wir an diversen Ministerien vorbei und einem Lenin Denkmal . Wir sind an der Hanoier Zitadelle, leider hat diese aber Montags geschlossen. Dafür haben meine beiden Begleiter schnell einen vietnamesischen Hut auf und so ein Lastengeschirr über der Schulter und werden genötigt Obst zu kaufen. Die Bananen sind klein und süß und entsprechen garantiert keinem EU Standard :-)

Vor dem Ho Chi Minh Mausoleum befindet sich ein großer Aufmarschplatz, auf dem aber wenig los ist, hier siegt der Sozialismus noch unverdrossen. Wir ziehen unsere Kreise, werden daran gehindert, den Präsidentenpalast zu fotografieren und lesen ein wenig über Onkel Ho nach, der immerhin ein sehr bescheidener Mann gewesen sein muss.

Nach Politik kommt Religion, nächster Besichtigungspunkt wird der Tempel der Literatur , der konfuzianisch ist und gar nichts mit Religion zu tun hat. Er gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und ist schon deswegen ein Muss für den geneigten Touristen und der Besuch lohnt sich auch. Kultur macht hungrig, wir entern eine Garküche, bekommen aber nichts zu essen, dafür leckere Getränke, der Rest funktioniert irgendwie nicht. Unser Weg führt uns am Hauptbahnhof von Hanoi vorbei, hier können wir nach Herzenslust über die Gleise streunen und uns zwischen Waggons umschauen. Ein Blick in die Liegewagen offenbart, was uns entgehen wird. Denn eigentlich wollten wir von Hanoi mit dem Zug weiter gen Süden reisen, um Vietnam zu entdecken. Überschwemmungen in verschiedenen Landesteilen haben dieses Unterfangen allerdings in Frage gestellt, so dass wir umgeplant haben. Begeistert mache ich Fotos , dann folgt ein Besuch der St. Josephs Kathedrale, die die Franzosen hinterlassen haben. Bei der Pasteur Street Brewing Company bekommen wir dann endlich was zu essen, Burger zwar, aber die haben ja überall ihren Reiz und die Craft Biere dazu schmecken.

Schließlich stehen wir wieder am Hoan Kiem See, den wir ja bereits von gestern kennen. Wir gönnen uns ein Taxi statt der Brücke und relaxen in unserem Apartment – Medienzeit. Im Dunkeln verlassen wir das Haus nochmal und gehen Richtung Brücke, auch auf dieser Seite des Flusses führt die Eisenbahnstrecke mitten zwischen Wohnhäusern durch. Kinder spielen auf den Gleisen, ein Hund mag uns nicht und als der Zug endlich kommt, werden wir aufgeklärt, dass es sich um den SE 34 handelt. Jetzt noch ein Bier und dann ab ins Bett.



23. Oktober 2017


24. Oktober 2017

warmes Hack


Nach dem Frühstück geht es heute direkt ins Taxi und zur Zitadelle. Teile haben während des Indochinakrieges als Hauptquartier gedient, es gibt also nicht nur historische Bauten, sondern auch unterirdische Bunker zu bestaunen, nebst Bildnissen von Onkel Ho. Im Laufe des Tages gelingt es der Sonne sogar ein wenig den allgegenwärtigen Smog zu vertreiben, wir setzen unseren Weg zu Fuss fort zum Hoa Lo Gefängnis, auch bekannt als Hanoi Hilton, erst haben die Franzosen hier vietnamesische Widerstandkämpfer inhaftiert und mittels Guillotine einen Kopf kürzer gemacht, später wurden amerikanische Kriegsgefangene hier eingesperrt. Nun steht noch das Opernhaus auf unserem Zettel anzuschauender Gebäude, ebenfalls ein französischer Kolonialbau und ein Stadttor, nach dem wir sehr lange suchen müssen, bis wir endlich davor stehen. Vermutlich ist es deswegen auch das letzte erhaltene Stadttor, weil es so schwer zu finden ist.

In unserem Apartmenthaus entern wir nach unserer Rückkehr den Supermarkt und testen das Obstangebot, Drachenfrucht, Rambutan, grüne Orangen und Sharonfrüchte stimmen uns auf unseren Kochkurs am Abend ein. Um 16 Uhr werden wir abgeholt und bekommen lustige vietnamesische Spitzhüte aufgesetzt, gemeinsam gehen wir auf den Markt und finden unter Anleitung auch den Lebensmittelbereich. Unsere Kochanleiterin ist ganz putzig und ein wenig schrill, sie erklärt uns den Markt, wir sind aber nicht sicher, ob wir das alles so genau wissen wollen. Kühlketten und andere Errungenschaften, die für uns alltäglich sind, gibt es hier wohl nicht, wir kaufen trotzdem rohes Hack...

An einem anderen Stand wird uns ein Betelbissen erklärt, tapfer kaue ich darauf herum, bis sich meine Lippen rot färben und entsorge das zerkaute diskret in die Gosse, irgendwann hat unsere Kochlehrerin alles eingekauft und wir fahren zur Apron up Kochschule. Es scheint sich gleichzeitig um ein Restaurant zu handeln, denn während wir in vietnamesischem Kochen angeleitet werden, bereiten am Herd die Profis Speisen zu. Dreieinhalb Stunden dauert es, dann haben wir gelernt, wie man Sommerrollen und sticky Reis macht, Teigtäschchen, die mich an Samosas erinnern und allerlei andere Köstlichkeiten. Das Mett wird jedenfalls gut durchfrittiert, die Hände waschen wir uns auch regelmäßig und die Falttechnik für das Reispapier muss ich wohl daheim nochmal üben. Auf jeden Fall schmeckt das Essen sehr gut!

24. Oktober 2017


25. Oktober 2017

Nächster Halt KL

Hätte es nicht soviel geregnet, vor ein paar Wochen, wären wir heute weiter zur Halong Bucht gereist und anschließend nach Süden, so packen wir morgens unsere Sachen und fahren zum Flughafen, Malindo fliegt uns um 12.15 zur nächsten Station unserer Reise, Kuala Lumpur. Es sind nicht viele Gäste im Flieger, es gibt was essen und der Service ist super, das einzige was stört ist das wir drei Stunden lang nach Malaysia wackeln, aber irgendwann ist auch das überstanden und wir setzen auf der Bahn des Kuala Lumpur International Airports auf. Alles geht schnell und ist unkompliziert und so sitzen wir bald im Taxi ins nächste Apartment, das mit dem in Hanoi leider nicht so ganz mithalten kann. Die Möbel sind schon recht verschlissen, die für die Wand bestimmten Bilder stehen mit einem Kassenbon aus dem Januar hinter der Tür eines Schlafzimmers, alles macht einen etwas verlotterten Eindruck, was allerdings unbeschreiblich ist, ist der Blick direkt auf die Petronas Towers – pünktlich zum Sonnenuntergang, so dass meine Mitreisenden Zweifel haben, ob sie mich vom Balkon jemals wieder runterkriegen. Ich ziehe die klimatisierte Luft drinnen der subtropisch feucht-heißen draußen aber schnell vor. Wir machen uns frisch, nehmen ein Taxi und lassen uns zum KLCC Park bringen, um die Türme noch ein wenig im Dunkeln auf den Sensor zu bannen. Es wird Zeit für eine Mahlzeit, der nächste Taxifahrer veranstaltet allerdings unter allerlei wohlmeinenden Vorwänden eine halbe Stadtrundfahrt mit uns, bis wir am Nachtmarkt ankommen wir tun ein arabisch wirkendes Cafe auf und essen Döner. Dazu gibt es Zitronensaft, Malaysia ist muslimisch, was sich sowohl an der Verfügbarkeit von Alkohol als auch an dessen Preisen bemerkbar macht. Das Dönerröllchen ist mehr für den hohlen Zahn, also noch einer, dann steht uns der Sinn nach Rooftopbar, erstmal verlieren wir uns aber ein wenig im öffentlichen Nahverkehr. Statt oben bei der Monorail landen wir unten in der U-Bahn, da müssen wir erstmal wieder raus und ein neues Ticket für die Monorail holen, schließlich erreichen wir die Helipad Bar, aber es ist nach 21 Uhr und da mag man da keine Menschen in Flip Flops und T-Shirt haben, morgen ein neuer Versuch.

25. Oktober 2017


26. Oktober 2017

Rooftopbar at it's best


Wir haben für KL nur einen Tag eingeplant, entsprechend früh sind wir auf den Beinen. Während ich den Blick auf die Petronas Türme nun bei Sonnenaufgang einfange, schmeiße ich erstmal mein Objektiv runter, das danach komische Sachen macht, gut dass ich noch ein zweites mithabe, dann wird ab jetzt eben nicht mehr gezoomt. Früher hatte man so neumodischen Kram ja auch nicht. Ich ärgere mich, aber es nützt ja nichts, bei Starbucks stärken wir uns für den Tag und treten die Reise zu den Batu Caves an, ein beeindruckender Hindutempel mitten im Berg, auf jeden Fall sehenswert, der Ausflug hat sich gelohnt, gepaart mit der Tatsache, dass die Anlage auch noch nicht sehr überlaufen ist. Auf der Rückfahrt steigen wir am alten Hauptbahnhof aus Kolonialzeiten aus und beginnen einen Rundgang durch die Stadt. Der Merdeka Square (Freiheitsplatz) ist von Baustellen umgeben, die Freitagsmoschee (Masjid Jamek) kann nach ein wenig Verhüllen besichtigt werden, auch einen Hindutempel entdecken wir noch in der Stadt, bevor unser spiritueller Bedarf gedeckt ist. Wir trinken Old Town White Coffee und nehmen danach ein Taxi zum Fernsehturm, der Menara KL Tower. Pünktlich als wir hochfahren, fängt es an zu regnen, unsere Aussicht ist folglich ein wenig getrübt, aber wir sind im Trockenen.

Der Abendhöhepunkt ist der Helipadbesuch, wir haben schöne Klamotten aus unseren Rucksäcken gezogen, festes Schuhwerk an und werden in den 34. Stock des Menara KH Buildings vorgelassen, hier bestellen wir ein paar teure Cocktails, die wir dann mit nach draußen nehmen, aufs Helipad. Tagsüber landen hier Hubschrauber, abends kommen zur Abgrenzung ein paar Gurtpfosten an den Rand und man kann in lauschiger Atmosphäre nicht ganz günstige Drinks genießen, auf der einen Seite schaut man auf den Fernsehturm, auf der anderen auf die Petronas Twin Towers und keine dreckige Scheibe trübt den Blick. Ein Wahnsinnsfeeling irgendwie, das wir recht lange genossen haben, bevor wir ein letztes Mal mit Blick auf die Türme schlafen gegangen sind.

26. Oktober 2017


27. Oktober 2017

Palmen im Gleis


Wir packen und fahren zum Bahnhof KL Sentral um die nächste Station unserer Reise anzusteuern, Singapur. Bevor wir den Zug besteigen frühstücken wir aber gemütlich im dortigen Einkaufszentrum, der Zug soll erst um kurz vor 12 fahren und vorher kann man auch nicht auf den Bahnsteig. Es wird auch mehr Viertel nach zwölf, dann brechen wir auf nach Gemas, wo wir 2,5 Stunden später ankommen, von dort geht es weiter nach Johor Bahru im Süden Malaysias. Für die 330 Kilometer brauchen wir sechseinhalb Stunden, inklusive einer Stunde Verspätung. Zweimal liegen Palmen im Gleis, es formieren sich Gruppen tatkräftiger Mitreisender, die diese wegräumen, damit der Zug seine Fahrt fortsetzen kann. Als wir endlich in JB sind, ist der Anschluss nach Singapur weg, ein weiterer soll erst drei Stunden später fahren. Der Schaffner will uns noch hinsichtlich einer Erstattung behilflich sein, die ein anderer Eisenbahner aber rigoros ablehnt. Es geht aber auch nur um einen Euro pro Nase. Wichtiger ist die Frage, wie wir jetzt nach Singapur kommen. Sylvie prescht los, irgendwo stehen Schilder Richtung Woodlands, es gibt auch Busse. Wir reisen aus, fahren mit einem Bus über den Johor-Singapur-Causeway und finden uns am Woodlands Checkpoint wieder. Alles erinnert mehr an Flughäfen als an einen Landgrenzübergang, mit täglich mehr als 100.000 Personen handelt es ich um einer der am häufigsten frequentierten Grenzübergänge der Welt.

Nach dem Ausfüllen und Einreisekarten, der Durchleuchtung unseres Gepäcks und der Frage der Zöllner „Do you smoke“ (Zigaretten dürfen nur in Kleinstmengen eingeführt werden und müssen dann auch noch abgestempelt werden) sind wir drinnen in Singapur und besteigen den nächsten Bus. Da wir noch keine Singapur Dollar haben, müssen wir hier aber wieder raus, man schickt uns zum nächsten Bus, der malayische Ringgit akzeptiert, die Preise steigen schlagartig und schon geht die Fahrt über die Stadtautobahn zum Queen Street Bus Terminal.

In der schwülheißen Abendluft suchen wir uns den Weg zu unserem Hotel, das wir irgendwann ziemlich nassgeschwitzt erreichen. Es kann doch recht anstrengend sein, den ganzen Tag unterwegs zu sein, ohne was zu machen. Direkt nebenan befindet sich eine Fressmeile auf der wir einkehren, das Preisniveau ist deutlich gestiegen, Singapur ist teuer, zwei Bier kosten 19 Euro und das ist schon das Spezialangebot.

27. Oktober 2017


28. Oktober 2017

Ein erster Gang durch Singapur


Wir schlafen aus und verlassen das Bett erst gegen 8 Uhr, Starbucks beglückt uns gegenüber mit Kaffee und Gebäck und auch zur U-Bahn ist es nicht weit. Auf zur Marina Bay. Wir schlendern um das Gewässer, bewundern die Skyline, das Marina Bay Sands Hotel und sind schon ein wenig erschlagen von den optischen Eindrücken, dazu scheint uns die Sonne aufs Haupt und wir haben Respekt vor den Joggern, die bei diesen Temperaturen um die Bucht kreisen. Schwül ist es außerdem.

Nachdem wir uns sattgesehen haben, schauen wir Schülern beim Rugby zu und schlendern durch die Stadt, Parlament, Kathedrale, Padang, Fort Canning Park, es ist schön und sehr sauber, so dass es ein Ameisenvolk im Park auf meine Füße absieht... Am Abend erleben wir die Marina Bay dann nochmal mit Beleuchtung und Lightshow, sehr spektakulär und ein Paradies für Fotoliebhaber.

28. Oktober 2017


29. Oktober 2017

Die Schweiz Südostasiens


Statt in die U-Bahn gehen wir heute einfach mal zu Fuss die Beach Road runter, biegen in die Arab Street ab und stoßen bald auf die Masjid Sultan Moschee. Singapur ist ein Vielvölkerstaat , man scheint aber auch religiös recht friedlich nebeneinander zu leben, den islamischen Teil hätten wir so abgehakt. Jetzt steht uns der Sinn nach Tempeln, auf geht’s nach Little India, auf dem Weg dorthin kommen wir am Mustafa Center vorbei, ein Einkaufszentrum mit den Ausmaßen eines orientalischen Basars, so kommt es uns auch vor. Wir finden Kopfschmerztabletten, Utensilien zur Religionsausübung, es scheint alles zu geben und zwar auf drei Häuserblöcken. Als wir bei der Elektronik ankommen, kaufe ich mir eine neue SD-Karte, es gibt so viel zu fotografieren, dass ich mehr Speicherplatz benötige.

Leider steht einer ausgiebigen Fotosession im Sri Srinivasa Perumal Tempel entgegen, dass er renoviert wird, außerdem regnet es, so dass wir uns ins Trockene in Form eines vegetarischen Restaurants begeben. Das Ordern der Speisen ist schwierig, die Beratung freundlich, aber etwas konfus und irgendwie haben wir hinterher Dinge auf dem Tablett, die wir so und vor allem in der Menge gar nicht wollten. War wohl die indisch vegane Form des Super-Spar-Menüs auf ortsüblichem Preisniveau. Entlang der Serangoon Road gibt es noch eine Vielzahl weiterer Tempel und Andachtsstätten buddhistischer und hinduistischer Provenienz, einer ausgiebigen Besichtigung des Sri Vadapathira Kaliamman Tempels steht nichts entgegen. Wir ziehen die Fussbekleidung aus und erfreuen und an bunten Götterbildnissen, ohne das Konzept so ganz zu begreifen, Memo an mich selbst: mal lesen, was es mit dem Hinduismus außer Kali und Kasten noch so auf sich hat.

Im Hindufieber fahren wir weiter nach Chinatown und statten dem Sri Mariamman Tempel auch noch einen Besuch ab, damit ist unser Tempelbedarf für den heutigen Tag gedeckt. Der Nippes auf den Chinamärkten erregt jetzt unsere Aufmerksamkeit, während wir langsam zur U-Bahn zurückkehren um uns zum ehrwürdigen Raffles Hotel zu begeben. Es wird Zeit für einen Singapore Sling in kolonialer Atmosphäre. Zwar wird das Haus renoviert, aber man hat die Long Bar in den Bar & Billiard Raum verlegt. Hier finden sich jetzt Touristen ein, die Erdnüsse knacken und die Schalen auf den Boden werfen. Die Cocktails werden ein wenig wie am Fließband produziert, neben uns schläft ein Japaner. Fröhlicher Stimmung verlassen wir das Lokal wieder, die Orchard Road ist unser nächstes Ziel, Einkaufszentren mit Luxusläden und draußen Weihnachtsdekoration. Wir sehen unseren ersten Weihnachtsbaum für diese Saison.

Für den Abend haben wir uns die Gardens by the Bay aufgehoben. Die Gewächshäuser lassen wir links liegen, aber der Supertree Grove wirkt schon sehr spektakulär. Wir warten, bis die Dämmerung einsetzt, bevor wir auf die Skybridge fahren und den Blick auf die Riesenbäume und das Marina Bay Sands Hotel mit der Kamera einfangen. Auf jeden Fall ein Highlight, dessen Sahnehäubchen die anschließende Lightshow ist, bei der der Supertree Grove zu Musik in Szene gesetzt wird. Irgendwas mit Moon :-) Großartig. Die nächste Sound- and Lightshow folgt auf dem Fuße, an der Marina Bay auf der anderen Seite vom Hotel, ebenfalls eindrucksvoll, aber die Nummer in den Bäumen gefiel mir besser.

Unsere Mägen knurren, wir haben Hunger, es ist 21.30 Uhr und das Tofugedöns vom Mittag ist lange verdaut, im Shoppes at the Bay finden wir einen Foodcourt und sind entzückt, die Preise sind zivil und es gibt einen Koreaner und Bi Bim Bap, frohlockend stellen wir uns an und genießen. Ein runder Tag neigt sich dem Ende entgegen.



29. Oktober 2017

Gardens by the Bay


30. Oktober 2017

Nasser Strand


Das Besichtigungsprogramm ist abgeschlossen, wir wollen uns heute dem süßen Nichtstun auf Sentosa widmen, einer Insel vor Singapur mit dem südlichsten Punkt des asiatischen Festlandes. Die Definition dürfte umstritten sein, aber man kann über Brücken dort hingelangen und zumindest theoretisch könnten wir auch von dort mit dem Auto auf dem Landweg heimfahren. Das wäre auch mal ein interessantes Projekt. Abgesehen vom Strand ist die Insel eine Freizeitattraktion, eine Mischung aus Disneyland und Heide Park Soltau. Wir fahren mit der Bahn hin und es beginnt zu regnen und zwar so richtig. Der Regen lässt irgendwann nach, die Sonne hält sich aber leider zurück. Wir fangen mit dem südlichsten Punkt Asiens an und lassen uns dann am Palawan Beach nieder, sehr idyllisch, es ist auch kaum jemand dort. Im Wasser piekt irgendwas, sehr kleine Fische oder etwas, dass wir gar nicht genauer kennen wollen. Uns bleibt nur im Sand liegen, das tun wir ausgiebig.

Vor dem nächsten Regenschauer, der über dem „Fun State“ niedergeht, fliehen wir zu Mc Donalds , überlegen noch, nebenan einen Skydive zu machen, verwerfen diesen Gedanken und treten die Fahrt ins Hotel an.

Das Beste hebt man sich ja gern für zum Schluss auf, also fahren wir am Abend ins Marina Bay Sands um das teuerste Bier unseres Lebens dort auf der Dachterrasse zu trinken und einen Blick auf den Infinity Pool zu erhaschen. Die Aussicht ist atemberaubend und das ganz könnte außer teuer auch schön sein, würde sich nicht eine massive Gewitterfront in Richtung Hotel schieben und dort entladen. Rund um uns blitzt und donnert es, unglaubliche Wassermassen fallen vom Himmel. So ähnlich muss es sein, wenn man hinter einem Wasserfall steht. Wir halten uns tapfer an unserem 23 Dollar Bier fest und zucken nur ein wenig, wenn es mal wieder blitzt.

Als das Gewitter nachlässt begeben wir uns ohne Umwege zum Food Court von gestern, heute gibt’s Bratnudeln.

30. Oktober 2017


31. Oktober 2017

Room without a view


Nach dem letzten Frühstück im Starbucks gegenüber werden die Rucksäcke wieder gepackt und wir nehmen die U-Bahn zum Changi Airport. Dieser gilt als einer der besten der Welt und wir sind beeindruckt, schönes Ding! Am Vietjet Schalter diskutieren wir recht lange, ob wir nun nach Ho-Chi-Minh-Stadt mitfliegen dürfen oder nicht, sind wir doch gerade erst vor ein paar Tagen in Vietnam gewesen und die Visaregeln sind kompliziert. Da wir beim ersten Mal mit Visum dort waren, dürfen wir nun ohne dorthin, ohne eine dreißigtägige Karrenz einhalten zu müssen. Allerdings müssen wir sehr insistieren, bis der freundliche Herr vom Check In nachfragen geht und unsere Angaben bestätigt bekommt. Es wackelt wieder ziemlich und die ganzen zwei Stunden lang, bis wir am Tan Son Nhat Airport sicher landen. Auf die sieben Millionen Einwohner kommen genauso viele Mofas, mir hat die letzten Tage richtig was gefehlt. Wir steigen im Backpackerviertel ab, im Bich Duyen Hotel, Fenster waren im Zimmerpreis nicht inclusive, aber nachts ist es ja eh dunkel.

Nachdem wir uns ein wenig frisch gemacht haben, erkunden wir die Umgebung, eine katholische Kirche zieht unsere Blicke auf sich, die Cha Tam Kirche, wohl auch ein katholisches Relikt aus der Kolonialzeit. Wir trinken gegenüber einen Kaffee, Hunger macht sich bemerkbar und wir entscheiden uns dafür gleich mal wieder unserer Leidenschaft für Rooftopbars zu frönen.

Für das Chills sind wir leider nicht ordentlich genug angezogen, aber um die Ecke von unserer Bleibe ist die The View Rooftopbar im neunten Stock des Duc Vuong Hotels. Die Aussicht ist gut, die Preise zivil, Singapur hat doch ein wenig an der Urlaubskasse gezehrt – und es ist Halloween. Gott sei Dank spiegelt sich dies nur in der Dekoration und der Speisekarte wieder und nicht in den Gästen. Meine Garnelen sind zwar eine recht klebrige Angelegenheit, aber dafür ausgesprochen lecker! Nach Cocktails und etwas Bier, welches besser als die Cocktails ist, stellt sich die Bettschwere von alleine ein. Auf geht’s in die fensterlose Bärenhöhle.



31. Oktober 2017


1. November 2017

Zwischen Kolonie und Krieg


In Ho-Chi-Minh gibt es Frühstück im Hotel. Bewaffnet mit einem Stadtplan ziehen wir nun hier los zur Erkundung der örtlichen Sehenswürdigkeiten. Die Stadt ist mittendrin eine Riesenbaustelle, man möchte dem Verkehrschaos mit einer U-Bahn begegnen, deren Fertigstellung aber wohl noch etwas dauert. Vorbei an Bauzäunen schlagen wir uns Richtung Ben-Than-Markt durch. Wir kommen an einem Postamt vorbei, in dem ein Australier gerade seine Habe in Kartons heimschickt und wollen unseren Briefmarkenvorrat auffüllen, was ihm ein irritiertes „who sends postcards today“ entlockt. Wir schauen ihn an, „we do“ Die Markthalle ist voll und schön und laut. Laut wie die ganze Stadt, Saigon ist deutlich quirliger und bewegter als das vergleichsweise ruhige Hanoi. Wir bahnen uns unseren Weg zur Kathedrale Notre Dame, die leider renoviert wird, das daneben befindliche Hauptpostamt ist zugänglich. Eiffel soll es entworfen haben und es strahlt kolonialen Charme aus. Neben Postdienstleistungen kann man drinnen auch allerlei touristisches erwerben.

Auch vor dem Sitz des Volkskomittees, auch als Rathaus bekannt wird U-Bahn gebaut, was den Blick auf dieses Gebäude etwas einschränkt, aber im gegenüber befindlichen Hotel Rex lassen wir uns auf der Dachterrasse zum Mittag nieder und ich komme so zu meinen Fotos.

Wir laufen den Boulevard hinab zum Saigon River, schlagen eine Kurve zum Opernhaus und sind nachmittags am Wiedervereinigungspalast, dem Amtssitz des letzten vietnamesischen Präsidenten, zuvor hatte der französische Gouverneur hier seine Heimat. Mit der Eroberung durch einen Panzer fand hier im Jahr 1975 der Vietnamkrieg sein Ende und er wurde so zum Zeichen für die Wiedervereinigung. Dieser Krieg, der viele Narben in das Land geschlagen hat und den Amerikanern ihre Grenzen aufzeigte ist auch Thema im Kriegsmuseum. Hier kann man das Originalfoto vom „Napalm Girl“ besichtigen, Nick Út hat hierfür den Pulitzer Preis gewonnen und das Bild dem Museum vermacht. Ein Schelm, wer in den Zeiten einer Präsidentschaft Trumps arges dabei denkt…

Auf dem Heimweg versuchen wir uns mal wieder an vietnamesischen Köstlichkeiten in einer Garküche. Als ich sehe, wieviel Zucker im frisch gepressten Limettensaft landet, frage ich mich, ob ich diesem weiter frönen sollte.

Wir machen uns mal wieder rooftopfein und gehen ins Chills. Der Blick ist so gut, wie die Cocktails teuer, wir genießen und enden schließlich in der Bar von gestern.

1. November 2017


2. November 2017

Durian schmeckt nicht


Nach dem Frühstück geht es erneut in die Markthalle, ich möchte Durian probieren, es gibt abgepackte Stücke, für die wir trotz Handelns ziemlich viel Geld hinlegen müssen um schließlich festzustellen, schmeckt nicht. Irgendwo las ich, man sage dieser Frucht einen seifigen Geschmack nach, ich kann das jetzt bestätigen. Mit dem Bus wollen wir zur Jadekaiserpagode fahren, aber wir finden den Bus nicht, so laufen wir zum Bitexco Tower um dort auf das Skydeck zu fahren. Saigon von oben, diesmal bei Tageslicht. Wetter und Aussicht sind gut. Wieder unten, nehmen wir ein Taxi zum Tempel, der sich als etwas heruntergekommene Anlage herausstellt und nun auch abgehakt wäre. Wir laufen durch die halbe Stadt zurück und gönnen uns eine Fussmassage. Herrlich! Das tut richtig gut. Danach noch ein wenig Souvenirs kaufen und ab aufs Dach zum Essen und Trinken.


2. November 2017


3. November 2017

Liegendtransport


Unser Besuch in Stadt Nummer vier auf dieser Reise geht zu Ende, statt zu fliegen wollen wir auf dem Landweg weiter und fahren mit dem Taxi zum Busbahnhof Mien Tay, von hier soll uns um 13 Uhr der Futabus nach Chau Doc bringen. Tickets haben wir online gebucht, jetzt geht es darum aus etwa dreißig Schaltern mit allen möglichen Ortsnamen den richtigen für uns zu finden. Fragen hilft, es ist Nummer eins. Unsere Ausdrucke werden umgetauscht in Fahrkarten, die wild und beidhändig bestempelt werden. Auf einem notiert die freundliche Dame das Kennzeichen unserer Busses, dann dürfen wir in den Warteraum und sehen erstmals, was wir uns unter einem Sleeperbus vorstellen dürfen. Wir haben natürlich „oben“ gebucht, der Aussicht wegen und dabei mehr an britische Doppeldeckerbusse gedacht. Das war jetzt nicht ganz so pfiffig, wie wir feststellen werden. Es ist, wie sollte es anders sein, sehr laut, alles mögliche wird ausgerufen, wir verstehen kein Wort, ein Opa schlappt im Schlafanzug durch den Wartesaal und irgendwann sehen wir unseren Bus.

Die Schuhe werden am Einstieg ausgezogen und in schwarze Plastiktüten verpackt, darin kann man sie an sein „Bett“ hängen und dann auf seine Pritsche klettern, für kleine Leute ist das noch gut auszuhalten, für größere ist es nicht gemacht. Sechs Stunden Liegendtransport für etwas mehr als 200 Kilometer inclusive Fährüberfahrt über den Mekong. Ich komme mir vor wie im Gipsbett, genieße die Aussicht und freue mich, als wir anhalten – Pinkelpause. Um 18 Uhr sind wir in Chau Doc, es ist finster, ein Taxi bringt uns zu unserem Hotel. Der Unterschied zu den Großstädten wird recht deutlich, hier sieht es um einiges ärmlicher aus. Wir finden ein Restaurant, das Essen ist lecker, das Bier warm, aber man kümmert sich zu viert rührend um uns drei.

m Hotel wollen wir eine weitere Decke für das Bett, was zu einer längeren Diskussion führt, bis es schließlich gelingt. Wir sind zeitig im Bett und....


3. November 2017

Am Busbahnhof


4. November 2017

auf dem Mekong


...zeitig wieder auf den Beinen. Wir frühstücken vor dem Hotel und wundern uns, als nach unserer Bestellung zwar die Getränke kommen, aber niemand sich um Essen zu kümmern scheint. Eine ganze Weile schauen wir dem Treiben zu, ohne dass etwas passiert, dann hält ein Mofa und liefert eine Etagere mit drei Tellern auf denen unter Zellophan verpackt unser Frühstück liegt. Das Omeletttaxi…und noch warm. Foodora auf vietnamesisch.

Wir packen und fahren zum Bootsanleger. Mit dem Schiff wollen wir auf dem Mekong weiter nach Phom Penh. Zwei andere Fahrgäste warten auch schon, wir werden mit Visaanträgen, und Ein-und Ausreisekarten versorgt und Hilfe beim Ausfüllen gibt es auch. Pünktlich um 8.30 Uhr legt das „Schnellboot“ an, in dem schon eine ganze Menge Menschen sitzen, alles Touristen. Zwei Stunden lang fahren wir den Mekong hinauf, dann legen wir an der Grenze an, der Bootsmann hat die Unterlagen eingesammelt und geht von dannen, wir werden aufgefordert, das Boot mit unserem Gepäck zu verlassen und in einer Art Wartesaal Platz zu nehmen. Praktischerweise sitzt hier ein Geldwechsler, bei dem ich aus meinen Dong Riel machen kann, Währung Nummer vier.

Irgendwann ist der Mann mit den Pässen wieder da, wir werden aufgefordert zu Fuß weiterzugehen und so gehen wir im Gänsemarsch zehn Minuten zu einem Landgrenzübergang, an dem kambodschanische Minibusse auf uns warten, in denen wir über die Grenze fahren und dann in einer Seitenstraße anhalten. Wir gehen in eine Art Hof, in dem sich das Büro der Grenzpolizei befindet bekommen unsere nunmehr visierten Pässe wieder und dürfen dann einzeln zum Abstempeln an den Schalter gehen. Der reich verzierte Polizist dahinter hat ordentlich allerlei Stempel vor sich aufgebaut, die er nacheinander in unseren Pässen verewigt. Nachdem das erledigt ist, klettern wir wieder in die Minibusse aber statt nun wieder irgendwo das Boot zu besteigen, fahren wir mit diesen nach Phnom Penh , das wir am frühen Nachmittag erreichen. Warum das so ist, finden wir nie heraus.

Unterwegs und bei der Pinkelpause fällt bereits auf, das Kambodscha doch noch deutlich hinter Vietnam zurück ist, wenngleich es auch hier viele Mofas gibt, so sieht doch alles viel ärmlicher aus, es riecht und das nicht immer gut, ein wenig erinnert es mich an Afrika.

Im Blue Lime Hotel angekommen, geht es nach der Reise erstmal an den Pool , eine Oase in der Großstadt, dazu einen Gin Tonic und Mangojoghurt, es geht uns wirklich richtig gut!

Nach dem Abendessen streifen wir noch durch die Nachbarschaft des Hotels auf dem Weg zu einer – richtig! – Rooftopbar. Auf dem Weg dahin sehen wir den Königspalast leuchten und biegen ab und landen am Mekongufer, wo gerade das Wasserfestival zu Ende geht. Menschen sitzen und stehen überall herum, Picknickdecken sind ausgebreitet und ich muss grinsen, bei uns würde es auch nicht anders aussehen, die Menschen sind fröhlich und ausgelassen und wir mittendrin. Es beginnt zu regnen, aber das ficht uns nicht an. Wir laufen am Ufer entlang, Bildnisse des 63-jährigen (schwulen) Königs sind aufgestellt, er ist unverheiratet, Ballettänzer und liebt nach Aussage seiner Mutter die Frauen wie Schwestern. Ich bin ganz überrascht wie progressiv Kambodscha in manchen Dingen zu sein scheint. Der Ex-König wollte auch bereits die Ehe für alle erlauben, wenn die Kambodschaner es wünschen, allerdings scheint dieser Wunsch nicht ganz oben auf deren Liste zu stehen. Der Regen wird stärker und wir erreichen unsere Rooftopbar und drängeln uns dort unters Dach. Die Aussicht ist schön, das Wetter nicht, so dass wir nur kurz bleiben und dann ins Bett gehen.

4. November 2017


5. November 2017

Killing Fields und Rote Khmer


Kambodscha hat eine recht bewegte Geschichte, war es erst ein Teil Indochinas und damit französische Kolonie, wurde es nach der Unabhängigkeit in den Vietnamkrieg hineingezogen und als der vorbei war, errichteten die Roten Khmer ein Schreckensregime, bei dem Millionen von Menschen starben. Wir nehmen uns nach dem Frühstück ein Tuk Tuk mit einem ganz sympathischen Fahrer und wollen mehr über diese Geschichte lernen. Unser erster Besuch gilt daher Choeung Ek , den Killing Fields, 17 Kilometer außerhalb von Phnom Penh. Für die Besucher gibt es Audioguides, in denen die Gedenkstätte und was hier geschah beschrieben wird - auch auf deutsch - und man kann nur schwer wiedergeben, was einem dabei alles durch den Kopf geht. Es ist einer dieser Orte, an denen man sich fragt, wozu Menschen fähig sind und was sie anderen Menschen antun können. Ich habe wahrlich nicht nahe am Wasser gebaut, musste aber einige Male schlucken, während ich über die Killing Fields wanderte. Ein ergreifender Besuch.

Auf der Rückfahrt in die Stadt hängt jeder seinen Gedanken nach, wir halten kurz am Unabhängigkeitsdenkmal und wollen dann in den Königspalast, der aber geschlossen hat, so dass wir mit der schrecklichen Geschichte Kambodschas weitermachen, im Tuol Sleng, dem Museum der Massenvernichtung. Eine ehemalige Schule, die als Gefängnis S-21 traurige Berühmtheit erlangte, Feinde von Angkar und Menschen von denen man glaubten, sie seien welche wurden hier gefangen gehalten, gefoltert und verhört, starben sie nicht hier, wurden sie vor den Toren der Stadt auf den Killing Fields niedergemetzelt.

Der Vormittag ist emotional ein wenig deprimierend, aber beim Mittagessen finden wir langsam zurück. Schon bei der gestrigen Fahrt haben wir festgestellt, dass die Kambodschaner Tempel bauen können. Königspaläste können sie auch. Nach dem Mittag ist hier wieder offen und Sambo unser Tuk Tuk Fahrer bringt uns hin. Im zu besichtigenden Teil erwarten uns prächtige Gebäude und Pagoden, ein krasser Gegensatz zu dem, was man so in den Seitenstraßen sieht. Auch wenn Kambodscha im Human Development Index nur auf Platz 143 von 188 steht, so gehört es doch zu den schnell wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Vielleicht macht es noch von sich hören. Schade nur, dass man gerade unter Vorwänden die Opposition verboten hat.

Wir fahren weiter zum Zentralmarkt Phsar Thmei, in den Dreißiger Jahren von der französischen Kolonialmacht im Art Deco Stil errichtet und vor ein paar Jahren komplett renoviert. Schön anzusehen, der Markt ist für heute allerdings gerade dabei, zu schließen. Statt Nippes hier, lassen wir uns zu Starbucks bringen, einen City Mug als Erinnerung kaufen. Wir entlohnen unseren Fahrer am Hotel so, dass er das Geld stolz seinen Kumpel s zeigt. Was dreißig Dollar doch für eine Bedeutung haben können. Ein paar Türen weiter gibt es Massagen, wir legen unsere Füße ein weiteres Mal in fachkundige Hände.

5. November 2017


6. November 2017

Es passt eine Menge in so ein Tuk-Tuk


Morgens nach dem Frühstück, werden unser Gepäck und wir vom Giant Ibis Bus Shuttle eingesammelt und ein paar Straßen weiter zum Giant Ibis Büro gefahren. Wir wollen mit dem Bus nach Siem Reap, diesmal aber im Sitzen. Nach und nach trudeln mehr Fahrgäste ein, unser Gepäck wird etikettiert und irgendwann kommt auch der Bus, die Beinfreiheit überrascht uns, die Rückenlehnen kann man verstellen und auch hier gibt es funktionierendes W-LAN, außerdem wird Wasser verteilt und ein Hefeteilchen.

Wir verlassen Phnom Penh über eine autobahnähnliche Straße, später wird es aber enger und zweispurig. Wir halten zweimal an, einmal für sanitäre Bedürfnisse und für eine halbstündige Mittagspause, sogar die Fahrer wechseln zwischendurch und nach sechs Stunden haben wir die 320 Kilometer geschafft. Jetzt müssen wir nur noch ins Hotel, ein Tuk Tuk Fahrer spricht uns an und will uns bringen, wir zweifeln, wie das mit drei Leuten und drei Rucksäcken gehen soll, er macht es uns vor und so fahren wir in unsere Herberge. Dort nimmt der Fahrer direkt weitere Verhandlungen hinsichtlich unserer Pläne und unsere Bedarfs an einem Fahrer auf. Nach etwas feilschen, werden wir handelseinig, was vielleicht auch daran lag, dass unsere Tuk Tuk Beauftragte direkt mal mehr geboten hat, als der Fahrer haben wollte. Wir einigen uns auf eine Abfahrt um 4.30 Uhr morgens, schließlich wollen wir Angkor Wat im Sonnenaufgang sehen. Unsere nächsten Verhandlungen im dunkel getäfelten Shining Angkor Hotel drehen sich erneut um eine weitere Bettdecke , danach geht es an den Pool. Als unsere Mägen knurren machen wir uns auf die Suche nach Essbarem, auch etwas Proviant für den morgigen Tempeltag wollen wir ankaufen, in den dunklen Straßen werden wir aber nicht so recht fündig, die Garküchen sagen uns nicht zu, ein Stand mit Backwaren deckt immerhin unseren Bedarf für morgen.

Wir entscheiden uns im Hotel zu essen. Im Restaurant sind wir die einzigen Gäste, die Bedienung ist ganz aufgeregt, unglaublich freundlich und lächelt sehr herzerwärmend. Ein kurzer Stromausfall bringt ihren Computer zum Absturz, aber irgendwann haben wir Speisen und Getränke und lächeln mit ihr um die Wette.


6. November 2017

Unterwegs nach Siem Reap


7. November 2017

Tempeltag


Um 3.30 Uhr klingelt erbarmungslos der Wecker, um 4.30 stehen wir gähnend vor dem Hotel, ein Tuk Tuk steht auch dort, aber es ist nicht unserer Fahrer, angeblich ist es sein Bruder, wir trauen dem Braten nicht ganz, es wird telefoniert, am Telefon versichert uns jemand, der Mann von gestern zu sein. Egal, ein anderes Tuk Tuk kommt nicht und wir steigen ein. Durch die finstere Nacht gilt es als erstes zum Visitor Center zu fahren, um Tickets zu kaufen. Wir stürmen hinein und sind bei weitem nicht die ersten, um 5 öffnen die Kassen. Rechts anstellen haben wir gelesen und suchen und Schalter vor denen noch niemand steht. Dahinter macht sich Betriebsamkeit breit, Rechner werden angeworfen, Kameras plaziert und bereits kurz vor der Zeit haben wir jeder für sagenhafte 37 USD eine Tageskarte für Angkor. Wir springen wieder ins Tuk Tuk und rasen mit anderen Tuk Tuks um die Wette nach Angkor Wat. Kurzer Stopp an der Ticketkontrolle, dann weiter und irgendwo werden wir rausgelassen und müssen uns mit den Massen und der Handytaschenlampe den Weg bahnen. Wir haben zwar keine Ahnung, wohin, aber wir laufen der Herde nach, plötzlich geht es über einen Schwimmsteg, was sich sehr seltsam anfühlt, wenn man nicht ahnt, dass man nun einen Schwimmsteg betritt. Dunkle Mauern tauchen vor uns auf, offenbar die ersten Teile der Tempelanlage, vorsichtig klettern wir hindurch. Irgendwann stehen wir mit sehr vielen anderen Menschen am Rande der Pfützen in denen sich später Angkor spiegeln soll. Es gelingt uns einen Platz ganz vorne zu sichern und das Stativ aufzubauen, während hinter uns „James Bond“ und „Superman“ Kaffee und Frühstück anbieten, allerdings müsste man dafür seinen Platz verlassen und zu einer Art improvisiertem Food Court gehen. Es werden uns Standnummern mitgeteilt und uns das Versprechen abgenommen, dass wir unbedingt dort frühstücken kommen. Wo sind eigentlich unsere Backwaren?

Es ist wolkig, wir warten darauf dass hinter dem Tempel die Sonne aufgeht, irgendwann zeichnen sich erste Schemen gegen den Himmel ab und wir haben Glück, sie Sonne kommt gegen 6 Uhr durch die Wolken durch und wir kommen auf unsere fotographischen Kosten. Der Anblick ist selbstverständlich malerisch. Nach dem Schauspiel schreiten wir zur Tempelbesichtigung, mit Angkor Wat geht es los, wir müssen eine Stunde anstehen, um auf den Turm zu kommen, von dem man die Anlage von oben bestaunen kann. Es lohnt sich. In den Gängen lassen wir uns von buddhistischen Priestern segnen und mit Wasser bespritzen, dazu gibt es dekorative Wollbändchen ums Handgelenk, wer weiß, wozu es nütze ist. Schon faszinierend was man damals gebaut hat, vom 9.-15 Jahrhundert war Angkor das Zentrum des historischen Khmer Königreichs und Angkor Wat eine der dazugehörigen Tempelanlage. Eine weitere ist Bayon, wir kehren zu unserem Tuk Tuk zurück, der Fahrer ist ganz überrascht, dass wir so lange gebraucht haben und fahren weiter nach Angkor Thom, Bayon ist faszinierend, sind doch in die Türme überall Gesichter gemeißelt. Mittlerweile ist es neun Uhr und es wird warm, chinesische Reisegruppen bahnen sich mit lustigen Hütchen rücksichtslos ihre Wege, amerikanische tun lauthals ihre Bewunderung kund, während sie versuchen, sich mit ihren iPads gegenseitig aufs Bild zu bannen.

Als dritte und letzte Station fahren wir Ta Prohm an, die Anlage hat man bei ihrer Entdeckung quasi naturbelassen, statt sie zu restaurieren, Bäume und Sträucher überwuchern Gebäude und Mauern, was dem ganzen eine sehr besondere Atmosphäre verleiht. Der Sonnenschein von oben, rundet unseren Besuch perfekt ab. Kein Wunder, dass man dies als Drehort für Tomb Raider wählte.

Unser Bedarf an Tempeln und tempelähnlichem ist damit gedeckt, wir ziehen uns ins Hotel und an den Pool zurück und machen Mittagsschlaf. Um 15.30 brechen wir nochmal nach Angkor Wat auf, nach dem Sonnenaufgang wollen wir nun auch noch den Sonnenuntergang erleben und nehmen wieder am Ufer des Teiches Aufstellung. Neben uns ein Ami, mit dem wir ins Gespräch kommen, ein Fotograf aus New York, mit dem es sich nett plaudern lässt. Richard Silver hat sich auf Reisefotographie spezialisiert. Jerry aus China gesellt sich zu unserer Gruppe, außerdem zwei Portugiesen und so machen wir alle fröhlich miteinander schwatzend Fotos von der langsam sinkenden Sonne, bevor wir um kurz vor fünf recht rüde vertrieben werden, Feierabend – wir trollen uns.

Wir entdecken auf dem Heimweg, dass es unweit unseres Hotels einen Supermarkt gibt, den wir am Vortag übersehen haben. Wir kaufen noch ein wenig ein und essen heute mal im Nachbarhotel. Die freundliche Bedienung aus unserem bleibt heute allein.


7. Novembern 2017


8. November 2017

Tom Yang Gang und Rooftopbar


Wir können heute ausschlafen bis um 5. Für 7 Uhr haben wir uns mit unserem Tuk Tuk verabredet, damit es uns zum Flughafen bringt. Wie das mit dem Gepäck und uns geht, wissen wir ja jetzt. Neun Kilometer sind zwar eine recht lange Strecke, aber wir kommen an. Heute fährt uns wieder der Fahrer von vorgestern, die Geschichte mit dem Bruder stimmt wohl doch, er entschuldigt sich auch nochmal wortreich.

Wir frühstücken im niedlichen Flughafen und checken für unseren Thaismile Flug nach Bangkok, der letzten Station unserer Reise ein. Um 9.15 Uhr geht es los, wir haben einen sehr lustigen Sitznachbarn, der auch aus Deutschland kommt, der 45 minütige Flug ist schnell vorbei, auch wenn es wieder ziemlich wackelt. Dabei gibt es sogar noch essen und Getränke, die Stewardessen müssen ziemlich ins Schwitzen kommen.

Vom Suvarnabhumi Airport fahren wir ins Sathorn Eastin Grand Hotel, zum Abschluss wollen wir auch nochmal ein wenig im Infinity Pool planschen, auch wenn der hier nicht mit dem im Marina Bay Sands mithalten kann. Essen, trinken, relaxen und dabei die Aussicht über die Stadt genießen, was kann es als Finale schöneres geben. Am Abend suchen wir mal wieder Nahrung, unweit vom Hotel gibt es eine recht große Garküche,fast eine Art Biergarten, hauptsächlich von Einheimischen besucht, wir nehmen Platz. Meine Suppe beinhaltet Shrimps, Pilze und etwas undefinierbares, außerdem ist sie würzig, sehr würzig. Ich stelle später fest, dass es sich um die thailändische Nationalsuppe Tom Yam Gung handelt. Nach dem Essen wollen wir trinken, in der Rooftopbar vom Lebua Hotel, Hangover 2 und so. Der Weg dorthin gestaltet sich schwierig, in Vietnam war es einfacher Straßen zu überqueren, wir planen unseren Weg mehrfach neu, kommen aber an, leider zerreißt dabei das Kleid meiner Mitreisenden an einem Stacheldrahtzaun, aber immerhin steht sie jetzt nicht im Freien.

Die Rooftopbar bietet, wie sollte es anders sein, eine wunderbare Aussicht, die Drinks sind klein, teuer und bekömmlich. Zurück wollen wir mit dem Taxi, der Taxifahrer weigert sich allerdings, sein Taxameter anzustellen, was dazu führt, dass wir einmal ums Hotel gefahren werden und wieder Aussteigen sollen. Dann eben wieder zu Fuß, Obacht mit dem Stacheldraht


8. November 2017


9. November 2017

Brötchen, Bratwurst und Pad Thai


Ein wenig Luxus zum Ende einer solchen Reise hat was für sich. Das Frühstücksbuffet ist ganz wunderbar und vielfältig, man könnte den ganzen Tag dort verbringen. So gibt es erstmal einen Cholesterinteller und dann besuchen wir Wat Arun, ein Tempel geht noch und der Besuch ist lohnenswert. Da ich noch nie in Thailand war, nehmen wir danach ein Taxi und fahren weiter zur Khaosan Road, der Taxifahrer hat scheinbar eine verstopfte Nase, den Stift, an dem zur besseren Belüftung inhaliert, lässt er gleich im Nasenloch stecken.

Die Khaosan Road ist das Zentrum des Bangkoker Backpackerviertels, am Abend ist hier vermutlich die Hölle los, ich habe aber nicht den Eindruck, dass ich was verpasst hätte, wäre ich nicht hergekommen. Wir trinken einen Kaffee und nehmen ein Expressboot zurück zum Hotel.

Am Nachmittag wollten wir eigentlich auf den Chatochak Weekenendmarkt, allerdings ist heute Donnerstag und wir müssen feststellen, dass der Name Programm ist, außer ein paar Pflanzen gibt es nichts, was man erstehen könnte. Machen wir eben morgen abend einen neuen Versuch und steigen stattdessen am Siam Plaza aus dem völlig unterkühlten Skytrain. Luxus statt Tinnef, ich finde tatsächlich einen schönen Schal für den deutschen Winter im Sonderangebot bei 30 Grad Außentemperatur. Danach ein Eis.

Pünktlich zur Happy Hour sind wir wieder am Hotelpool. Nicht ganz nüchtern machen wir uns danach nochmal hübsch, um Pad Thai zu essen im Restaurant Baan, es war der Hammer, tolles Lokal, dass man allerdings etwas suchen muss und ganz leckeres Essen. Für einen Nachtisch reicht es auch noch.

9. November 2017


10. November 2017

Infinity


Der Urlaub nähert sich dem Ende. Nach dem Frühstück legen meine beiden Mitreisenden sich an den Pool, ich nehme das Expressboot zum Königspalast und besichtige diesen, das Wasser läuft mir in meinen langen Hosen innen lang, gelohnt hat es sich aber, sich mit den Massen dadurch treiben zu lassen, die Anlage ist sehr sehenswert.

Ich erhole mich am Infinity - Pool, dann nehmen wir am frühen Abend noch einen Anlauf für den Chatochak Weekendmarkt. Einige Läden haben offen, aber lange nicht alles, so richtig geht es wohl erst gegen 23 Uhr los. Wir finden auch nicht wirklich Dinge die wir brauchen und geben das Unterfangen nach einer Stunde wieder auf, lieber noch einen Drink an der Poolbar und die Rucksäcke müssen ja auch noch wieder gepackt werden.


10. November 2017


11. November 2017

Jeder Urlaub geht zu Ende


Drei Wochen Flip Flops, fünf Länder, sieben Flugzeuge, eine Zugfahrt, zwei Überlandbusse, ein Schiff, unzählige Taxifahrten und reizende Tuk Tuk Fahrer, sechs Rooftopbars, eine löchrige Brücke, Dong, Ringgit, Dollar, Riel, Baht, zwei Königspaläste, diverse Tempel, ein Sonnenaufgang , mehrere Märkte, Garküchen, eine Kochschule, leckeres Essen, viel Sonnenschein, wenig Regen, zwei buddhistische Segnungen, Mückenstiche an beiden Füßen (s. Flip–Flops), unzählige Eindrücke, die einem niemand mehr nehmen kann, kurzum: eine geile Zeit mit lieber Reisebegleitung

Das ist das Fazit dieses Urlaubs, anfangs waren wir nicht sicher, ob das nicht etwas stressig wird, aber das Gegenteil ist der Fall, wir konnten unsere Neugier auf Neues und Fremdes befriedigen und fühlen uns trotzdem sehr erholt. Aeroflot bringt uns über Moskau zurück nach Amsterdam und im Gegensatz zum Hinflug ist man diesmal sehr bemüht, es werden regelmäßig Getränke gereicht, das Essen ist kein kulinarischer Hochgenuss aber lecker und es wackelt diesmal auch nur ein bißchen